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Muttertag: Viele Mütter müssen auch sonntags arbeiten

Den morgigen Muttertag werden viele Mütter wohl auf der Arbeitsstelle erleben. 2009 arbeitete mehr als jede vierte erwerbstätige Mutter mit minderjährigen Kindern zumindest gelegentlich an Sonn- und Feiertagen. Bei den erwerbstätigen Vätern mit minderjährigen Kindern sieht es nicht besser aus. Im Vergleich zu 1996 hat die Sonn- und Feiertagsarbeit zugenommen.

Wiesbaden > Den morgigen Muttertag werden viele Mütter wohl auf der Arbeitsstelle erleben. 2009 arbeitete mehr als jede vierte erwerbstätige Mutter mit minderjährigen Kindern zumindest gelegentlich an Sonn- und Feiertagen. Von diesen Müttern gingen 46% gelegentlich, 42% regelmäßig und 12% ständig ihrer Erwerbstätigkeit an Sonn- und Feiertagen nach, teilte das Statistische Bundesamt (Destatis) mit.

Bei den erwerbstätigen Vätern mit minderjährigen Kindern sieht es nicht besser aus: Fast jeder dritte ging einer Sonn- und Feiertagsarbeit nach. Davon waren 56% gelegentlich, 32% regelmäßig und 13% ständig an Sonn- und Feiertagen erwerbstätig.

Im Vergleich zu 1996 hat die Sonn- und Feiertagsarbeit zugenommen: Damals lag der Anteil der sonn- und feiertags arbeitenden Mütter an allen erwerbstätigen Müttern mit minderjährigen Kindern noch bei 20%, bei den Vätern betrug er 26%.

Bei der Sonn- und Feiertagsarbeit unterscheiden sich Frauen und Männer ohne und mit minderjährigen Kindern im Haushalt nur geringfügig voneinander. Das Angebot familienfreundlicher Arbeitsbedingungen ist ein wichtiges Thema gesellschaftlicher Unternehmensverantwortung.

Im April hatte Bundesfamilienministerin Kristina Schröder (CDU) die Wirtschaft aufgefordert, bei den Arbeitszeiten mehr für die bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu tun. Familie sei für die meisten Menschen wichtiger als der Beruf. Schröder: „Es hat noch keiner auf dem Sterbebett bereut, dass er zu wenige Stunden im Büro verbracht hat, viele aber, dass die Familie in ihrem Leben zu kurz gekommen ist.“