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Bau von umstrittenen Staudämmen in Südchile rückt näher

Santiago de Chile > Der Bau von fünf umstrittenen Staudämmen im südchilenischen Patagonien rückt näher. Eine regionale Umweltkommission genehmigte am Montag (Ortszeit) nach drei Jahre langen Prüfungen das Projekt des chilenisch-spanischen Konsortiums Endesa-Colbún namens Hydroaysén mit elf Ja-Stimmen und einer Enthaltung. Mit einer Leistung von 2750 Megawatt sollen die Wasserwerke an den Flüssen Baker und Pascua in zwei wilden Tälern der Region Aysén dazu beitragen, Chiles Energiebedarf zu bedecken. Dieser wird amtlichen Schätzungen zufolge bis 2025 um 80 Prozent steigen. Die Investitionen in das Staudamm-Projekt belaufen sich auf umgerechnet 2,2 Milliarden Euro.

Umweltschützer laufen Sturm gegen die Pläne. Sie verweisen unter anderem darauf, dass eine 5900 Hektar große Fläche geflutet werden muss und so eine einzigartige Landschaft zerstört wird. Chile soll ihrer Auffassung nach lieber auf Solar- und Windenergie setzen. Vor dem Gebäude im südchilenischen Coyhaique, wo die Umweltkommission tagte, protestierten zahlreiche Gegner des Projekts. Einige warfen Steine. Proteste gab es auch in der Hauptstadt Santiago und anderen Städten des Landes. Insgesamt 30 Menschen wurden festgenommen.

Patagonien mit seinen Wäldern, Steppen, Seen und Gletschern ist eine bei Naturliebhabern in aller Welt geschätzte Region. Laut einer Umfrage vom April lehnen 61 Prozent der Chilenen die Aysén-Staudämme ab.

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