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Verdi begrüßt Geldauflage wegen Finanzierung von AUB durch Aldi Nord

Berlin/Essen > Verdi hat die 50.000-Euro-Geldauflage für den ehemaligen Aldi-Nord-Verwaltungsratschef Hartmut Wiesemann wegen der Finanzierung der Scheingewerkschaft AUB begrüßt. Die Gewerkschaft werde weiter Widerstand gegen Versuche von Arbeitgebern leisten, sich eine „passende“ Arbeitnehmerorganisation ins Haus zu holen, erklärte Verdi-Vizechefin Margret Mönig-Raane am Donnerstag in Berlin. Wiesemann hatte 50.000 Euro zahlen müssen, damit ein Ermittlungsverfahrens wegen der AUB-Finanzierung eingestellt wird.

Verdi hatte bereits 2008 Strafanzeige gegen Aldi Nord gestellt. Zuvor hatte die Gewerkschaft nach eigenen Angaben Informationen erhalten, Aldi Nord fördere die „Arbeitsgemeinschaft unabhängiger Betriebsangehöriger“ (AUB) finanziell und wolle unter anderem damit Verdi aus Betriebsräten verdrängen. „Die AUB ist leider kein Einzelfall“, erklärte Mönig-Raane. „Wir können nur hoffen, dass das Ergebnis dieses Ermittlungsverfahrens eine deutliche Warnung an alle anderen Arbeitgeber ist und solche Praktiken endlich abgestellt werden.“

Laut Verdi hatte die Staatsanwaltschaft Essen ermittelt, dass Wiesemann unmittelbar an einem Beschluss des Verwaltungsrats von Aldi Nord beteiligt war, die AUB zu finanzieren. Die Essener Ermittler bestätigten auf AFP-Anfrage, dass das Verfahren gegen Wiesemann gegen Zahlung von 42.500 Euro an die Staatskasse und 7500 Euro an eine gemeinnützige Einrichtung eingestellt wurde. Weitere Ermittlungsverfahren in dem Komplex wurden demnach mangels hinreichenden Tatverdachts oder wegen Geringfügigkeit ohne Auflage eingestellt. Die AUB war bereits von Siemens mit versteckten Zahlungen finanziert worden.