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Indiens oberstes Gericht verbietet umstrittenes Insektenschutzmittel

Neu Delhi > Aus Sorge um die Gesundheit der Bevölkerung hat Indiens oberster Gerichtshof das umstrittene Insektenschutzmittel Endosulfan vorübergehend verboten. „Sollte nur ein Kind leiden, möchten wir dafür nicht die Verantwortung übernehmen“, sagte am Freitag der Oberste Richter S.H. Kapadia. Der Gebrauch und die Herstellung der Chemikalie seien daher in den kommenden acht Wochen verboten. In dieser Zeit solle die Regierung prüfen, ob das Verbot dauerhaft gelten soll. Endosulfan, mit dem Bauern Schädlinge wie Blattläuse oder Kartoffelkäfer bekämpfen, ist wegen seiner Giftigkeit bereits in der Europäischen Union und vielen weiteren Ländern verboten. Indien ist der größte Hersteller weltweit.

Auf einer Konferenz in Genf im vergangenen Monat hatten 127 Länder beschlossen, Endosulfan bis 2012 weltweit zu verbieten. Indien hatte sich anfangs kräftig dagegen gewehrt, stimmte aber schließlich dafür, nachdem eine Übergangsfrist von elf Jahren vereinbart wurde, in der Bauern und die Chemieindustrie nach Alternativen suchen können. Die Regierung in Neu Delhi argumentierte, dass ein Verbot des günstigen Endosulfan die Nahrungsmittelpreise weiter nach oben treiben könnte. Ein Liter kostet 270 Rupien (rund vier Euro) – Alternativen nach Angaben der indischen Insektizidhersteller-Vereinigung das Zehnfache.