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Deutsche Firmen erkennen Gefahr des Datenklaus nicht

Frankfurt am Main > Die meisten deutschen Unternehmen sehen sich derzeit gut gegen Datenklau geschützt, fürchten aber künftig mehr Attacken. Die Bedrohung für ihr eigenes Unternehmen schätzen 38 Prozent der Firmen momentan als gering ein, weitere 52 Prozent sehen sich „mäßig“ bedroht, wie aus einer am Montag in Frankfurt am Main veröffentlichten Studie der Beratungsgesellschaft Ernst & Young hervorgeht. Nur acht Prozent der Firmen berichten von Wirtschaftsspionage oder Datenklau-Attacken in den vergangenen drei Jahren. Allerdings gehen zwei Drittel (65 Prozent) der befragten Unternehmen davon aus, dass die Bedrohung in den kommenden Jahren zunehmen wird.

Ihre präventiven Vorkehrungen halten 83 Prozent der Firmen für ausreichend. Ernst & Young-Spezialist Stefan Heißner wertete diese Einschätzung als „fern der Realität“. Aus den Ergebnissen des Studie müsse vielmehr geschlossen werden, „dass die Mehrheit der Unternehmen noch gar keine Sensibilität für diese Art von Risiko entwickelt hat“, erklärte Heißner.

Bei den von Datenklau betroffenen Unternehmen wurden in zwei Dritteln der Fälle Mitarbeiter als Täter ausgemacht. Dabei handelte es sich demnach in 44 Prozent der Fälle um aktuell beschäftigte Mitarbeiter und in 22 Prozent um ehemalige Angestellte. Hauptmotive waren demnach die persönliche Bereicherung (53 Prozent) und Racheabsichten (31 Prozent). Ernst & Young befragte für die Studie die Führungskräfte von 400 deutschen Unternehmen.

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