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OECD will mit Glücksindex Wohlbefinden der Menschen messen

Mit einem Glücksindex will die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) das Wohlbefinden der Menschen messen. Die Bürger sollen zu elf Kriterien befragt werden. Dazu gehörten unter anderem die Wohnsituation, das Einkommen, die Arbeit, die sozialen Bindungen, die Umwelt, die Gesundheit und die Möglichkeit, Berufs- und Familienleben miteinander zu vereinbaren.

Paris > Mit einem Glücksindex will die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) das Wohlbefinden der Menschen messen. Dazu sollten die Bürger zu elf Kriterien befragt werden, erläuterte die Direktorin der OECD-Statistikabteilung, Martine Durand, am Dienstag in Paris. Dazu gehörten unter anderem die Wohnsituation, das Einkommen, die Arbeit, die sozialen Bindungen, die Umwelt, die Gesundheit und die Möglichkeit, Berufs- und Familienleben miteinander zu vereinbaren.

Die Initiative wurde während der Feierlichkeiten zum 50-jährigen Bestehen der OECD vorgestellt. Die Organisation, der 34 reiche Industrieländer angehören, setzt damit erstmals konkret einen Vorschlag aus dem Bericht des Wirtschaft-Nobelpreisträgers Joseph Stiglitz um. Er hatte Verbesserungen bei der Bemessung des Wirtschaftswachstums empfohlen. Sie sollten Stiglitz zufolge nicht weiterhin vor allem auf dem Bruttoinlandsprodukt (BIP) beruhen, sondern auch andere Kriterien wie das „Wohlbefinden“ in die Statistiken einfließen lassen.

Bereits vor drei Jahren hatte das abgeschiedene asiatische Königreich Bhutan in einer Pilotumfrage unter tausend Einwohnern einen solchen „Glücksindex“ ermittelt. Als wichtigste Aspekte im Leben nannten die Bhutaner Wohlbefinden, Gesundheit, Bildung, Staatsführung, den Lebensstandard und die ökologische Vielfalt. Der „Bhutan-Entwicklungsindex“ oder das „Bruttonationalglück“ beziehe auch das mit ein, was sich die Menschen selbst wünschten und nicht nur das BIP, erläuterte damals eine Regierungsvertreterin. In Deutschland sucht derzeit eine Bundestagskommission nach Alternativen zur traditionellen BIP-Messung.

Die OECD feierte am Dienstag in Paris in Anwesenheit unter anderem des französischen Präsidenten Nicolas Sarkozy und von US-Außenministerin Hillary Clinton ihr 50-jähriges Bestehen. Die Zeremonie stand unter dem Motto „Bessere Politik für ein besseres Leben“. Dabei gehe es darum, besser zu verstehen, „was die Bürger wollen und wie die Regierungen dies erreichen können“, hatte OECD-Generalsekretär Angel Gurría im Vorfeld erläutert. Der OECD gehören heute 34 reiche Wirtschaftsnationen an.

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