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Umbruch in arabischen Ländern braucht gerechtes Wirtschaftssystem

Der Internationale Währungsfonds (IWF) hat vor politischer und sozialer Instabilität in den arabischen Ländern im politischen Umbruch gewarnt, sollten diese Länder nicht wirtschaftlich in Schwung kommen. „Politische und soziale Stabilität kann nur sichergestellt werden, wenn die Region im kommenden Jahrzehnt 50 bis 70 Millionen Arbeitsplätze schafft“ und „wenn das Wirtschaftsmodell als gerecht und zum Nutzen aller angesehen wird“.

Deauville > Der Internationale Währungsfonds (IWF) hat vor politischer und sozialer Instabilität in den arabischen Ländern im politischen Umbruch gewarnt, sollten diese Länder nicht wirtschaftlich in Schwung kommen. „Politische und soziale Stabilität kann nur sichergestellt werden, wenn die Region im kommenden Jahrzehnt 50 bis 70 Millionen Arbeitsplätze schafft“ und „wenn das Wirtschaftsmodell als gerecht und zum Nutzen aller angesehen wird“, hieß es in einer am Donnerstag veröffentlichten Mitteilung des Währungsfonds an die im französischen Deauville versammelten Vertreter acht großen Industriestaaten (G-8). Dazu sei eine „merkliche Steigerung des Rhythmus‘ des Wirtschaftswachstums notwendig“. Die Politik müsse vor allem dem Sektor der Privatwirtschaft ihre Aufmerksamkeit widmen und ein günstiges Klima schaffen.

Der Währungsfonds stellte den Ländern der Region, in denen sich derzeit ein gesellschaftlicher Wandel vollzieht, Milliardenhilfen in Aussicht gestellt. Sollten nicht-ölexportierende Länder aus Nahost und Nord-Afrika entsprechende Anfragen stellen, werde der IWF Darlehen geben, hieß es in der Mitteilung. Der dafür vorgesehene Topf beinhalte bis zu 35 Milliarden Dollar (24,8 Milliarden Euro). Nach Schätzung des IWF könnte der Bedarf an externer Finanzhilfe dieser Länder bis 2013 160 Milliarden Dollar überschreiten. Davon müsse ein bedeutender Teil von internationalen Geldgebern wie dem IWF kommen.

Der britische Premierminister David Cameron kündigte in Deauville an, den betroffenen arabischen Ländern zusätzlich umgerechnet 123,7 Millionen Euro zur Verfügung zu stellen. Unter den Begünstigten seien Tunesien und Ägypten, sagte Cameron. Diese Hilfe sei im nationalen britischen Interesse. Cameron warnte, dass ein Versagen der internationalen Gemeinschaft angesichts des Umbruchs in der arabischen Welt das Risiko von „Instabilität vor der Tür Europas, Rückfall in autoritäre Staatsformen, Konflikt und Terrorismus“ bedeuten könne.

Foto: Kairo / Ägypten