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Proteste gegen geplante Silbermine in Peru eskalieren

Bei Massenprotesten gegen eine geplante Silbermine in der peruanischen Stadt Puno am Titicacasee ist ein Gebäude der Zollverwaltung in Flammen aufgegangen. Die Bewohner des etwa 1300 Kilometer südöstlich der Hauptstadt Lima gelegenen Puno wehren sich seit etwa zwei Wochen gegen eine Silbermine, die das kanadisches Unternehmen Bear Creek Mining Corporation dort eröffnen will. Offensichtlich sind die Protestierer nicht von dem überzeugt, was das Unternehmen selbst zu „Verantwortung und Werten“ schreibt.

Puno > Bei Massenprotesten gegen eine geplante Silbermine in der peruanischen Stadt Puno am Titicacasee ist ein Gebäude der Zollverwaltung in Flammen aufgegangen. Nach Angaben der Polizei vom Freitag setzten die Demonstranten das Gebäude in Brand, das sie bereits am Vortag geplündert hatten. Ein Sprecher der Demonstranten sagte dagegen, es hätten sich Kriminelle unter die Protestierenden gemischt. Am Donnerstag hatten Demonstranten das Rathaus von Puno, ein Finanzamt in der 120.000-Einwohner-Stadt sowie das Zollgebäude gestürmt und geplündert.

Die Bewohner des etwa 1300 Kilometer südöstlich der Hauptstadt Lima gelegenen Puno wehren sich seit etwa zwei Wochen gegen eine Silbermine, die das kanadisches Unternehmen Bear Creek Mining Corporation dort eröffnen will. Rund 15.000 Protestierer blockieren Hauptstraßen, den Flughafen sowie den Schienenverkehr. Sie befürchten eine Verunreinigung des Trinkwassers und kritisieren, dass die Mine keine finanziellen Vorteile für die Region mit sich bringen werde. Viele der Protestierenden sind Aymara-Indianer.

Offensichtlich sind die Protestierer nicht von dem überzeugt, was das Unternehmen selbst zu „Verantwortung und Werten“ auf seiner Website schreibt: Das Unternehmen sichert einen sensiblem Umgang mit der lokalen Wirtschaft und der Umwelt zu, will Shareholder langfristig profitieren lassen und sichere Arbeitsplätze schaffen. Nach Erfahrungen mit anderen Bergbauprojekten in der peruanischen Vergangenheit rechnen die Einwohner der Region mit einer Verschmutzung von Wasser und Umwelt.

Die Regierung hatte die Lizenz zum Silberabbau in Puno an das kanadische Unternehmen vergeben, das nun zunächst Studien über Mineralvorkommen vornehmen und dann – nach einer Umweltverträglichkeitsprüfung und weiteren vorgeschriebenen Schritten – mit dem Abbau der Mineralien beginnen kann.

Die Proteste ereignen sich kurz vor der zweiten Runde der Präsidentschaftswahlen in Peru. Am 5. Juni stehen sich der Linksnationalist Ollanta Humala und die Tochter des wegen Menschenrechtsvergehen inhaftierten früheren Staatschefs Alberto Fujimori, Keiko Fujimori, gegenüber. Humala hat in Puno viele Anhänger, liegt in Umfragen aber hinter Fujimori zurück.

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