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Hilfsorganisation Oxfam warnt vor verschärfter Hungerkrise

Die Hilfsorganisation Oxfam hat vor einer Verschärfung der Hungerkrise in Folge des Bevölkerungswachstums und des Klimawandels gewarnt. Der Preis einiger Grundnahrungsmittel wie Mais werde sich bis zum Jahr 2030 mehr als verdoppeln. Auf die Ärmsten der Armen, die schon jetzt bis zu vier Fünftel ihres Einkommens für Nahrung ausgeben, werde sich das verheerend auswirken. Das derzeitige Ernährungssystem sei unter anderem durch Missernten im Zusammenhang mit der Umweltzerstörung bedroht.

Paris/Berlin > Die Hilfsorganisation Oxfam hat vor einer Verschärfung der Hungerkrise in Folge des Bevölkerungswachstums und des Klimawandels gewarnt. In einem am Dienstag vorgestellten Bericht heißt es, der Preis einiger Grundnahrungsmittel wie Mais werde sich bis zum Jahr 2030 mehr als verdoppeln. Auf die Ärmsten der Armen, die schon jetzt bis zu vier Fünftel ihres Einkommens für Nahrung ausgeben, werde sich das verheerend auswirken. Das derzeitige Ernährungssystem sei unter anderem durch Missernten im Zusammenhang mit der Umweltzerstörung, durch steigende Energiepreise und die gestiegene Nachfrage nach Fleisch und Molkereiprodukten bedroht.

“Die internationale Gemeinschaft treibt schlafwandlerisch auf einen beispiellosen und vermeidbaren Rückfall in der menschlichen Entwicklung zu”, heißt es in dem Bericht der in London ansässigen Organisation mit dem Titel “Aufbruch in ein neues Zeitalter”. Zu den von Oxfam vorgeschlagenen Lösungen gehören Maßnahmen, um die Wasserverschwendung zu beenden sowie Subventionen reicher Länder für Landwirtschaft und Biotreibstoff einzuschränken. Außerdem sollten geschlossene Märkte aufgebrochen und die Dominanz einer Handvoll großer Unternehmen über den Handel mit Agrarrohstoffen und Saatgut beendet werden.

Die Hilfsorganisation startet in 45 Staaten eine entsprechende Kampagne – in Deutschland mit dem Titel “Mahlzeit!” -, die von dem früheren brasilianischen Präsidenten Luiz Inácio Lula da Silva, dem südafrikanischen Friedensnobelpreisträger Desmond Tutu und der Hollywood-Schauspielerin Scarlett Johansson unterstützt wird.

Oxfams Agrarexpertin Marita Wiggerthale erklärte: “Es ist genug für alle da, aber trotzdem hungert bereits heute jeder Siebte auf der Welt”. Ohne umgehendes und entschlossenes Umsteuern werde die Zahl der Hungernden in den kommenden Jahrzehnten um “hunderte Millionen” steigen. Die Regierungen hätten “viel zu lange die Interessen von Konzernen und mächtigen Eliten über die Bedürfnisse von uns sieben Milliarden Menschen gestellt, die die Nahrungsmittel produzieren und konsumieren”. Oxfam forderte die Staats- und Regierungschefs der G-20-Gruppe auf, den “dringend notwendigen Startschuss für den Aufbruch in ein neues Ernährungszeitalter” zu geben.