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Deutsche Konzerne stoßen zunehmend griechische Anleihen ab

Deutsche Finanzunternehmen steigen aus ihrem finanziellen Engagement in Griechenland zunehmend aus. Die Versicherungsbranche habe ihre Investitionen in griechische Staatsanleihen binnen eines Jahres auf ein Volumen von 2,8 Milliarden Euro zurückgefahren. Auch die deutschen Banken haben griechische Staatsanleihen abgestoßen, seitdem für das Land im Mai 2010 erstmals internationale Finanzhilfen vereinbart worden waren.

Frankfurt/Berlin > Deutsche Finanzunternehmen steigen aus ihrem finanziellen Engagement in Griechenland zunehmend aus. Die Versicherungsbranche habe ihre Investitionen in griechische Staatsanleihen binnen eines Jahres auf ein Volumen von 2,8 Milliarden Euro zurückgefahren, berichtete die „Welt“ am Donnerstag unter Berufung auf ein internes Papier des Finanzausschusses des Bundestags. Damit machten griechische Anleihen nur noch 0,22 Prozent der gesamten Kapitalanlagen der Versicherer aus.

Vor einem Jahr sei deren Engagement in dem hoch verschuldeten Staat noch 5,8 Milliarden Euro schwer gewesen. Im Gegensatz zu 2011 seien damals allerdings auch Investitionen in Publikumsfonds einbezogen worden. Nach Angaben des Branchenverbands GdV machten Publikumsfonds jedoch nur ein Prozent des Anlagevolumens der Assekuranz aus, berichtete die Zeitung weiter.

Auch die deutschen Banken haben Zahlen der Bundesbank zufolge griechische Staatsanleihen abgestoßen, seitdem für das Land im Mai 2010 erstmals internationale Finanzhilfen vereinbart worden waren. Der Notenbank zufolge hatten deutsche Kreditinstitute einschließlich ihrer Auslandsfilialen und -töchter Ende Februar dieses Jahres Forderungen in Höhe von rund 18 Milliarden Euro gegenüber dem griechischen Staat. Davon entfallen knapp acht Milliarden Euro an die Förderbank KfW, die sich dazu verpflichtet hatte, noch 2010 Kredite in dieser Größenordnung an Griechenland zu bewilligen.

Die übrigen Banken hätten im Februar damit noch Forderungen in Höhe von rund zehn Milliarden Euro gegenüber Athen gehabt. Ein Jahr zuvor waren es der Bundesbank zufolge noch 16,6 Milliarden. Im April 2010, dem Monat bevor das Rettungspaket für Griechenland geschnürt worden war, hatten die deutschen Kreditinstitute noch Forderungen in Höhe von 16 Milliarden Euro gegenüber dem griechischen Staat. Ihre Forderungen hätten sie damit um rund sechs Milliarden Euro reduziert.

Um einen Beitrag zur Rettung Griechenlands zu leisten, hatte die Bankenbranche vor einem Jahr zugesagt, kurzfristige Kredite an den griechischen Staat und dortige Banken so weit als möglich zu halten. Allerdings haben sie den Umfang ihres kurzfristigen Engangements bisher nie beziffert. Die Zusage von 2010 sei „nett, aber uneffizient“ gewesen, urteilte in dieser Woche ein Beobachter in Berlin. Finanzkreisen zufolge verfügen die Kreditinstitute überwiegend über Papiere mit langer Laufzeit.

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