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Klimaschutz: australische Beratungsfirma will 1,2 Millionen Kamele abschießen

In Australien könnten hunderttausende wilde Kamele möglicherweise schon bald dem Kampf gegen den Klimawandel zum Opfer fallen. Das Amt für Klimaschutz und Energieeffizienz schlägt die Einführung von CO2-Zertifikaten für getötete Kamele vor. Das Amt beruft sich in seinem Diskussionspapier auf einen Vorschlag des Beratungsunternehmens Northwest Carbon aus Adelaide, das von Hubschraubern aus insgesamt 1,2 Millionen Kamele abschießen will.

Sydney > In Australien könnten hunderttausende wilde Kamele möglicherweise schon bald dem Kampf gegen den Klimawandel zum Opfer fallen. Wie am Donnerstag bekannt wurde, schlägt das Amt für Klimaschutz und Energieeffizienz die Einführung von CO2-Zertifikaten für getötete Kamele vor. Das Amt beruft sich in seinem Diskussionspapier auf einen Vorschlag des auf Fragen des Klimawandels spezialisierten Beratungsunternehmens Northwest Carbon aus Adelaide, das von Hubschraubern aus insgesamt 1,2 Millionen Kamele abschießen will, die Australiens Hinterland unsicher machen.

Northwest Carbon berät die Regierung und Unternehmen z.B. zu Fragen der Kohlestofflagerung, zur Reduzierung des CO2-Ausstoßes und zur Lagerung von Kohlestoff. Von neuen und innovativen Wegen im Management natürlicher Ressourcen sollen Umwelt, Wirtschaft und Gesellschaft in den nordwestlichen Wüstenregionen Australiens profitieren, heißt es in der Selbstdarstellung auf der Unternehmenswebsite.

Die Tiere waren im 19. Jahrhundert von Siedlern nach Australien gebracht worden und haben sich inzwischen zu einer wahren Plage entwickelt. Die Menge des Methangases, das jedes Kamel pro Jahr ausstößt, entspricht etwa einer Tonne des Treibhausgases CO2. „Wir sind eine Nation von Erfindern und reagieren mit innovativen Lösungen auf unsere Herausforderungen – die ist ein klassisches Beispiel“, sagte Northwest Carbon-Geschäftsführer Tim Moore der australischen Nachrichtenagentur AAP.

Dass die Idee des Unternehmens in dem Diskussionspapier auftaucht, bedeutet, dass die australische Regierung sie für bedenkenswert hält. In der kommenden Woche will das australische Parlament über Maßnahmen zur Senkung der Emissionen beraten. Australien hat wegen seiner großen Bergwerksindustrie einen der weltweit höchsten Luftverschmutzungswerte pro Kopf. Zudem leiden australische Produkte aufgrund langer Transportwege zu den europäischen oder amerikanischen Märkten unter einer verschlechterten CO2-Bilanz. Das benachbarte Neuseeland ist Australien mit seinen Bemühungen auf dem Gebiet der CO2-Reduzierung voraus.

Northwest Carbon im Internet:
www.northwestcarbon.com