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“FR”: Vorwürfe gegen GIZ-Vorstand wegen Verschwendung

Frankfurt am Main > Gegen den Vorstand der bundeseigenen Entwicklungsorganisation Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) sind nach Informationen der “Frankfurter Rundschau” Vorwürfe wegen Verschwendung laut geworden. In einem Brief an Entwicklungshilfe-Staatsekretär und GIZ-Aufsichtsratschef Hans-Jürgen Beerfeltz (FDP) wolle der SPD-Bundestagsabgeordnete Lothar Binding wissen, ob es stimme, dass der GIZ-Vorstand auf Dienstreisen häufig die First Class wähle, berichtete die “Frankfurter Rundschau” (Dienstagsausgabe), der das Schreiben vorliegt.

Zugleich kritisiere Binding die Kosten für einen “Fuhrpark an Luxuskarossen mit jeweils eigenem Fahrer” sowie “umfangreiche Baumaßnahmen” der Vorstandsbüros, bei denen es sich um “größtenteils unnötige repräsentative Investitionen” handle. “Mitarbeiter der GIZ ärgern sich sehr, dass der Vorstand über die Stränge schlägt”, sagte Binding der Zeitung. Der SPD-Entwicklungspolitiker Sascha Raabe sprach von einem Skandal. “Jemand, der nach Afrika fliegt, um über Armutsbekämpfung zu sprechen und gute Regierungsführung einfordert, kann nicht in der ersten Klasse reisen”, sagte Raabe der “FR”. Dies sei nicht einmal mehr bei den meisten privaten Unternehmen der Fall.

Das Entwicklungshilfeministerium verteidigte die Ausgaben dem Zeitungsbericht zufolge mit den Herausforderungen, die der Vorstand eines Unternehmens mit einem Umsatz von fast zwei Milliarden Euro bewältigen müsse. “Dazu bedarf der Vorstand einer adäquaten Arbeitsstruktur”, erklärte ein Sprecher gegenüber dem Blatt. Dienstwagen gehörten zum Entlohnungspaket der Vorstände.

Für die “KFZ-Oberklasse” erhalte die GIZ hohe Rabatte und über den Wiederverkauf meistens mehr als den kompletten Preis zurück. “Daher ist es kostenneutral”, hieß es weiter. Bei Flugreisen habe der Vorstand zudem die Möglichkeit, eine höhere Klasse zu wählen, die auch durch Upgrading erreicht werden könne.