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Grüne Logistik: Leitfaden für Transporteure

Der Transport von Gütern verursacht bei vielen Produkten nicht nur höhere Kosten, auf ihn entfällt meist auch ein beträchtlicher Teil der Treibhausgasemissionen. So gerät das Transportgewerbe zunehmend in den Fokus von Politik und Wirtschaft wenn Maßnahmen zur Erreichung der Klimaziele diskutiert werden. Für Spediteure und Transportunternehmen wird die Erfassung, Bewertung und Reduzierung der, durch sie verursachten, Treibhausgase zum mit entscheidenden Faktor ihres Geschäftserfolgs.

Berlin > Der Transport von Gütern verursacht bei vielen Produkten nicht nur höhere Kosten, auf ihn entfällt meist auch ein beträchtlicher Teil der Treibhausgasemissionen. So gerät das Transportgewerbe zunehmend in den Fokus von Politik und Wirtschaft wenn Maßnahmen zur Erreichung der Klimaziele diskutiert werden. Für Spediteure und Transportunternehmen wird die Erfassung, Bewertung und Reduzierung der, durch sie verursachten, Treibhausgase zum mit entscheidenden Faktor ihres Geschäftserfolgs. Das Freiburger Öko-Institut hat aus diesem Grund zusammen mit dem Deutschen Speditions- und Logistikverband (DSLV) einen „Leitfaden zur Berechnung von Treibhausgasemissionen in Spedition und Logistik“ veröffentlicht. Frank Huster, Umweltexperte des DSLV: „Wir wollen mit diesem Leitfaden vorbereitet sein auf Forderungen aus der Politik. Aber, der Leitfaden soll auch den Auftraggebern der Spediteure einen Einblick in diese komplizierte Materie bieten“.

Nur wer genau weiß, wie viele Treibhausgase auf den Transportwegen quer durch Europa verursacht werden, kann Maßnahmen ergreifen, diese langfristig zu senken und aktiv zum Klimaschutz beizutragen“, erklärt Martin Schmied, Autor des Leitfadens und Experte für Treibhausgasemissionen am Öko-Institut, die Bedeutung des Werks. Der Leitfaden stellt Basiswissen zu Klimaschutz und Klimabilanzen vor und zeigt Speditionen auf, wie sie ihren Kraftstoff- und Stromverbrauch selbst errechnen können. Anhand von Praxisbeispielen werden Umrechnungsfaktoren und Rechenformeln vorgestellt, mit denen Treibhausgasemissionen für bestimmte Transportstrecken ermittelt werden können. „Die Logistikbranche beschäftigt sich seit einigen Jahren mit der Frage, wie sie den Transport ihrer Waren klimafreundlicher gestalten kann“, so Schmied. „Bisher gab es jedoch keine einheitlichen Standards für die Berechnung von Treibhausgasemissionen von Logistikdienstleistungen. Die Folge: Jedes Unternehmen berechnet nach eigener Art und Weise. „Im Grunde müssten die Unternehmen neben ihrer Finanzbuchhaltung eine Art Emissionsbuchhaltung betreiben“, so Frank Huster, „das ist momentan nicht zu leisten“. Die im Leitfaden zusammengefassten standardisierten Messmethoden basieren auf dem aktuellen CEN-Normentwurf. Diese im Frühjahr veröffentlichte Norm DIN EN 16258:2011 bildet derzeit den Standard zur Ermittlung der Kohlendioxid- und Treibhausgasemissionen in der Logistik und soll zu einer europaweiten Vereinheitlichung führen.

Eine Möglichkeit der Reduzierung von Treibhausgasemissionen ist die Vermeidung von Transporten. Diesem Gedanken folgend hat das Fraunhofer Institut für Logistik eine Software zur Laderaumoptimierung und Tourenplanung entwickelt. Mit dieser Methode lassen sich die Frachtkosten und Emissionen senken. Näheres auf der Website des Instituts.

Den Leitfaden für Spediteure bietet der DSLV zum Download an. Die Bundesvereinigung Logistik (BVL) hat kürzlich ein „Grünbuch nachhaltige Logistik“ veröffentlicht. Es ist zum Preis von 59,00 Euro beim BVL erhältlich.

Kommentar

  • Hoffentlich halten sich einige Spediteure an diesen Leitfaden. Öko-Logistik am Hamburger H…
    Green Logistics im Hamburger Hafen: Hier verbinden Container-Taxis die einzelnen Hafenterminals miteinander. Öko-Logistik am Hamburger Hafen? Gibt es auch. Hier verbinden ja ohnehin schon Container-Taxis die einzelnen Hafenterminals miteinander: http://bit.ly/k6vgqV

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