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HRW: China verweigert Kindern mit Bleivergiftung die Behandlung

Hongkong > Kindern mit Bleivergiftung wird in China nach Angaben von Human Rights Watch oft die Behandlung verweigert. Zudem würden bei Kindern aus Regionen mit hoher Umweltverschmutzung oft die Testergebnisse auf Giftbelastungen verfälscht, kritisierte die Menschenrechtsorganisation am Mittwoch. Kindern mit hohen Bleiwerten im Blut werde oft einfach geraten, „reinigende Lebensmittel“ wie Knoblauch oder Äpfel zu essen.

Im HRW-Bericht „Meine Kinder wurden vergiftet: Die Krise des öffentlichen Gesundheitssystems in vier chinesischen Provinzen“ heißt es, dass hunderttausende Kinder aus meist armen Dörfern in der Nähe von Fabriken an Bleivergiftungen litten. Die Behörden versuchten, die Untersuchungsergebnisse zu vertuschen und teilweise vor den Familien zu verheimlichen. Wer sich über das Problem informiere, werde massiv eingeschüchtert. Der Bericht widmet sich den vier Provinzen Henan, Yunnan, Shaanxi und Hunan.

Hohe Bleiwerte sind besonders für Kinder gefährlich und können zu Verkrüppelungen oder geistiger Behinderung führen. Nach 30 Jahren rasanter Industrialisierung werden in China höchste Raten von Wasser- und Luftverschmutzung verzeichnet. Erst Anfang des Monats waren nach Angaben der Behörden in der östlichen Provinz Zhejiang bei 600 Menschen, darunter 103 Kinder, hohe bis gefährliche Bleiwerte festgestellt worden. Im Mai hatten die Behörden Zhejiangs 74 Verantwortliche festgenommen und die Produktion in hunderten Fabriken eingestellt, nachdem 172 Menschen wegen zu hoher Bleiwerte erkrankt waren.

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