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Sanofi-Aventis: Bestechung statt Hilfslieferung für Nordkorea?

Berlin > Die Staatsanwaltschaft im niedersächsischen Verden hat Ermittlungen gegen Beschäftigte des französischen Pharmakonzerns Sanofi-Aventis wegen Korruption eingeleitet. Ein Sprecher der Staatsanwaltschaft sagte der Nachrichtenagentur AFP am Sonntag, es werde gegen acht Verdächtige ermittelt, von denen einige für den Pharmakonzern tätig seien. Einer der Verdächtigen – kein Beschäftigter von Sanofi-Aventis – soll Bestechungsgelder in Höhe von 750.000 Euro zum Kauf von Medikamenten erhalten haben, die er später weiterverkauft haben soll.

Dem Sprecher zufolge gab es im Zusammenhang mit den Bestechungsvorwürfen Razzien in den Niederlassungen des Pharmakonzerns in Berlin und Frankfurt am Main sowie landesweit in Wohnungen und Geschäften.

Der Sprecher bestätigte damit teilweise einen Bericht des „Spiegel“. Dem Hamburger Nachrichtenmagazin zufolge sollen Mitarbeiter des Pharmakonzerns in Deutschland jahrelang Medikamente verkauft haben, deren Verfallsdatum nahte. Nach „Spiegel“-Informationen sollte die Ware eigentlich über eine Hilfsorganisation nach Nordkorea geschickt werden. Tatsächlich sei sie aber meist mit Rabatt über den Großhändler Gehe in deutschen Apotheken gelandet, wo sie zu regulären Preisen abgerechnet wurden. Die Rabattlieferungen seien über die Nichtregierungsorganisation Viva Westfalen hilft e.V. abgewickelt worden.

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