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develoPPP.de – Unternehmen als Experten in der Entwicklungszusammenarbeit

Die Bundesregierung will Unternehmen in die Entwicklungszusammenarbeit einbinden – und führt dazu das Programm develoPPP.de durch. Denn Unternehmen schafften Arbeitsplätze und führten zukunftsfähige Technologien ein, heißt es in der Vorstellung des Programms durch dessen Geldgeber, das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ). Wie funktioniert dieses Programm – und wie bewährt es sich?

Berlin > Die Bundesregierung will Unternehmen in die Entwicklungszusammenarbeit einbinden – und führt dazu das Programm develoPPP.de durch. „Nachhaltige Entwicklung braucht unternehmerisches Engagement – nicht nur in der Bundesrepublik, sondern auch in den Partnerländern des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung.“ Denn Unternehmen schafften Arbeitsplätze und führten zukunftsfähige Technologien ein, heißt es in der Vorstellung des Programms durch dessen Geldgeber, das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ). Bei develoPPP.de geht es deshalb um die public private partnership (PPP), die Zusammenarbeit von öffentlichem und privatem Sektor, in der Entwicklungszusammenarbeit (develop). Zum privaten Sektor zählen dabei Wirtschaft und Zivilgesellschaft. Der öffentliche Sektor wird in dem Programm unter anderem durch die Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit (GIZ) vertreten. Mit der Auftragsverantwortlichen für develoPPP.de in der GIZ, Helma Zeh-Gasser, sprach CSR NEWS über den Erfolg der Initiative:

CSR NEWS: Wie ist das Interesse seitens der Unternehmen und seitens der Länder der Entwicklungszusammenarbeit an develoPPP.de?

Helma Zeh-Gasser: Das Interesse ist auf beiden Seiten hoch. Seitens der Unternehmen hatten wir 2010 ein Rekordjahr, wir haben bei der GIZ 62 Entwicklungspartnerschaften mit der Wirtschaft umgesetzt. So viele Entwicklungspartnerschaften konnten wir seit 2001 nicht mehr in einem Jahr eingehen. Es herrscht unter den Unternehmen ein intensiver Wettbewerb, wir können nur die qualitativ besten Vorschläge weiterverfolgen.
Von den Partnerländern des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) wird develoPPP.de ebenfalls positiv gewertet. Denn wenn deutsche Unternehmen vor Ort investieren, schaffen sie Arbeitsplätze und Einkommen und tragen durch ihre Steuern zur Handlungsfähigkeit der öffentliche Hand bei.
Grundsätzlich arbeiten wir an der Intensivierung der Zusammenarbeit zwischen Wirtschaft, Staat und Zivilgesellschaft in unseren Partnerländern. Deshalb beraten wir auch Counterparts vor Ort, eigenständig Programme zur Zusammenarbeit mit der Wirtschaft zu planen und durchzuführen.

Welche Unterstützungsleistungen werden von Unternehmen nachgefragt oder benötigt, damit PPP gelingt?

Als Partner der Wirtschaft agieren wir in Entwicklungspartnerschaften häufig als Türöffner: Unternehmen können auf unsere Kontakte und Netzwerke in Politik und Zivilgesellschaft vor Ort zurückgreifen, profitieren von unseren Kenntnissen der Märkte und von profundem Fachwissen in einzelnen Sektoren, etwa Energie, Gesundheit oder ländliche Entwicklung. Nicht zuletzt beteiligen wir uns aber auch finanziell an gemeinsamen Projekten mit Unternehmen. Das ist für Unternehmen eine klare Risikominimierung für den Markteintritt in Entwicklungs- und Schwellenländer, insbesondere für den Mittelstand.

Wie breit ist die Spanne der PPP-Projekte?

Die Spanne reicht von A wie AIDS-Bekämpfung bis Z wie Zertifizierung. Da sich zahlreiche Geschäftsbereiche der Wirtschaft mit Handlungsfeldern der Entwicklungszusammenarbeit decken, etwa Umweltschutz, Bildung, Gesundheit, Agrarwirtschaft, Wasser- oder Energieversorgung, ist das Potenzial hoch.
Und auch regional sind wir sehr breit aufgestellt. Die meisten Entwicklungspartnerschaften haben wir bisher in Asien durchgeführt. Das verwundert nicht angesichts des rasanten wirtschaftlichen Wachstums vieler asiatischer Staaten. Dass Afrika aber an zweiter Stelle liegt zeigt, dass develoPPP.de nicht nur für Schwellenländer geeignet ist, sondern sich auch in ärmeren Ländern als entwicklungspolitisches Instrument etabliert hat.

Vielen Dank!

Konkrete Beispiele für das unternehmerische Engagement in der Entwicklungszusammenarbeit gibt der develoPPP.report.