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Bilanz nach 10 Jahren Frauenquote

Berlin > Der Deutsche Gewerkschaftsbund hat erneut eine gesetzlich vorgeschriebene Frauenquote für Unternehmen gefordert. “Unternehmen müssen mehr Frauen die Türen zu Führungspositionen öffnen”, erklärte am Montag die Vize-Vorsitzende des DGB, Ingrid Sehrbrock. Auf Selbstverpflichtungen dagegen sei kein Verlass. Das zeige die vierte Bilanz zur Vereinbarung zwischen Bundesregierung und Wirtschaftsverbänden zur Chancengleichheit von Frauen und Männern. Die Anzahl von Frauen in Führungspositionen sei gering geblieben, die Ungleichheit bei den Gehältern liege immer noch bei rund einem Viertel.

Die Wirtschaftsverbände hingegen zogen am Montag zehn Jahre nach der Vereinbarung eine positive Bilanz: Die Chancengleichheit habe sich “deutlich” verbessert. Die Erwerbstätigkeit von Frauen steige weiter steil an, die Vereinbarkeit von Beruf und Familie werde immer stärker von den Betrieben unterstützt. Fast alle Unternehmen machten familienfreundliche Angebote wie Arbeitszeit-Flexibilisierung oder zur Elternförderung.

Der Frauenanteil in Führungspositionen betrage knapp 28 Prozent, bei jüngeren Führungskräften sogar 38 Prozent, erklärten die Wirtschaftsverbände. In den 30 größten börsennotierten Unternehmen habe sich der Frauenanteil in den vergangenen zwei Jahren auf knapp elf Prozent erhöht und damit mehr als verdoppelt. In den Gesamtaufsichtsräten dieser Unternehmen betrage der Frauenanteil mehr als 15 Prozent.

Das Bundesfamilienministerium hatte am vergangenen Montag die vierte Bilanz veröffentlicht und erklärt, es sei viel getan worden, es bleibe aber auch noch viel zu tun. Vor allem bei der Förderung von Frauen in Führungspositionen seien die Fortschritte ungenügend und zu langsam.