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Zeitung: Aldi fordert Mindest-Sozialstandards von Bananenlieferanten

Die Billigsupermarkt-Kette Aldi ändert einem Zeitungsbericht zufolge die Regeln für seinen Bananeneinkauf. Künftig beschränke sich das Unternehmen auf fünf feste Importeure und lege Wert auf die Einhaltung von Sozialstandards bei Anbau und Verpackung der Früchte. Händler, die Bananen unbekannter Herkunft anböten, blieben künftig außen vor.

Frankfurt am Main > Die Billigsupermarkt-Kette Aldi ändert einem Bericht des Fachblatts “Lebensmittel-Zeitung” zufolge die Regeln für seinen Bananeneinkauf. Künftig beschränke sich das Unternehmen auf fünf feste Importeure und lege Wert auf die Einhaltung von Sozialstandards bei Anbau und Verpackung der Früchte, schreibt die Zeitung in ihrer Ausgabe vom Freitag. Händler, die Bananen unbekannter Herkunft anböten, blieben künftig außen vor. Bisher habe Aldi von Woche zu Woche neu über seine Bezugsquellen entschieden.

Menschenrechts- und Umweltschutzgruppen kritisieren Aldi und andere große Supermarkt- und Discounterketten seit langem wegen ihrer Einkaufspolitik und weisen ihnen eine Mitschuld an schlechten Arbeits- und Lebensbedingungen in den Anbau- und Produktionsländern zu, die oft in der Dritten Welt liegen. Die Nichtregierungsorganisation Oxfam, die mit 22 anderen deutschen Gruppen sowie Gewerkschaften die “Supermarkt-Initiative” gegründet hat, warf den Firmen in einer Studie bereits 2008 vor, sie bezögen Bananen von Plantagen in Ecuador, in denen Arbeiter unter unwürdigen Bedingungen ausgebeutet würden.

Mit seiner neuen Einkaufspolitik reagiert Aldi der “Lebensmittel-Zeitung” zufolge auf diese Kritik und setze auf mehr Transparenz in seiner Lieferkette. Es werde in der Lebensmittelbranche zudem damit gerechnet, dass das Unternehmen bei anderen Obst- und Gemüsesorten bald ähnlich vorgehen werde wie bei Bananen, schreibt das Blatt. Die neuen Regeln gälten sowohl für Aldi Süd als auch Aldi Nord. Die beiden unabhängigen Unternehmen, die das Bundesgebiet unter sich aufgeteilt haben, kooperieren oft beim Einkauf. Aldi ist traditionell sehr verschwiegen und äußerte auf AFP-Anfrage zunächst nicht zu dem Bericht.