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CSR-Tracker: Wird Nachhaltigkeit vom Verbraucher honoriert?

Mal so, mal so, immer mehr Studien belegen einerseits die Bedeutung nachhaltiger Aspekte für den Verbraucher beim Einkauf, dann wieder das genaue Gegenteil. Mit dem CSR-Tracker will das Kölner Institut für Handelsforschung (IFH) den Konsumenten nun regelmäßig auf die Finger schauen – respektive in deren Einkaufstüten. Alle sechs Monate werden Konsumenten über ihre Wahrnehmung des Einzelhandels befragt, vor allem in Hinblick auf deren Nachhaltigkeitsbemühungen. Dass Nachhaltigkeit beim Einkauf eine Rolle spielt, scheint jedoch unbestritten.

Köln > Mal so, mal so, immer mehr Studien belegen einerseits die Bedeutung nachhaltiger Aspekte für den Verbraucher beim Einkauf, dann wieder das genaue Gegenteil. Mit dem CSR-Tracker will das Kölner Institut für Handelsforschung (IFH) den Konsumenten nun regelmäßig auf die Finger schauen – respektive in deren Einkaufstüten. Alle sechs Monate werden Konsumenten über ihre Wahrnehmung des Einzelhandels befragt, vor allem in Hinblick auf deren Nachhaltigkeitsbemühungen. In sechs Dimensionen der CSR beurteilen die Befragten den Handel, diese reichen von Aufrichtigkeit in der Information über Fairness, Verantwortung gegenüber Gesellschaft und Mitarbeitern bis hin zum ökologischen und sozialen Engagement der Unternehmen. Der CSR-Tracker bewertet neben dem Lebensmitteleinzelhandel auch Versandhändler, Baumärkte und Drogerien. Bettina Willmann, Bereichsleiterin am IFH Köln: „Verbraucher unterscheiden sehr genau, bei wem sie das CSR-Engagement als glaubwürdig einstufen und bei wem nicht. Genau hier setzt der CSR-Tracker an. Wir untersuchen, wer aus Konsumentensicht Klassenprimus ist und wer Nachholbedarf hat“.

Dass Nachhaltigkeit beim Einkauf eine Rolle spielt, scheint jedoch unbestritten. „Nachhaltigkeit ist zwar nicht das Entscheidungskriterium Nummer eins für die Verbraucher. Dennoch wird ein gewisses Engagement im Sinne eines Hygienefaktors erwartet. Wer nur halbherzige Maßnahmen trifft oder sogar explizit gegen Nachhaltigkeitsgrundsätze verstößt, muss mit schädigenden Effekten auf das Markenimage rechnen“, so Bettina Willmann. In einer repräsentativen Online-Befragung hat das IFH 1000 Deutsche nach ihren Einkaufgewohnheiten gefragt. Danach berücksichtigen 24 Prozent der Befragten eine nachhaltige Produktgestaltung und Unternehmensführung als entscheidendes Kaufkriterium, für 87 Prozent spielt aber das Preis-Leistungs-Verhältnis eine bedeutendere Rolle.

Welche Händler als nachhaltig empfunden werden, hängt stark von den Kommunikationsmaßnahmen ab. Willmann: „Nicht allen Unternehmen gelingt es gleichermaßen, ihre CSR-Aktivitäten öffentlichkeitswirksam zu kommunizieren“. Die Ergebnisse des ersten CSR-Trackers aus dem Frühjahr belegen eine deutlich besseres abschneiden der Lebensmittel-Vollsortimenter. Sie erreichten im Durchschnitt einen Wert im CSR-Index von 56 Punkten, die Discounter lagen mit durchschnittlich 49 Punkten deutlich dahinter. Der CSR-Index wird aus den sechs CSR-Dimensionen gebildet, die entsprechend ihrer Relevanz gewichtet werden. Den höchsten Wert in der aktuellen Untersuchung konnte Alnatura erreichen, Schlusslicht bildete der Discounter KiK, einzig Aldi schaffte es, sich vom Feld der übrigen Discounter abzusetzen. Im Herbst wird der zweite CSR-Tracker durchgeführt. Weiter Information beim IFH – Institut für Handelsforschung.