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CDU-Tourismuspolitiker will Menschenrechtshinweise in Reisekatalogen

Reiseunternehmen sollten nach Ansicht des CDU-Politikers Klaus Brähmig Angaben zur Menschenrechtslage im Urlaubsland machen. “Ich plädiere dafür, in den Reisekatalogen freiwillig auch darauf hinzuweisen, wie es ein Land unter anderem mit den Menschenrechten hält”, sagte der Vorsitzende des Tourismusausschusses im Bundestag.

Berlin > Reiseunternehmen sollten nach Ansicht des CDU-Politikers Klaus Brähmig Angaben zur Menschenrechtslage im Urlaubsland machen. “Ich plädiere dafür, in den Reisekatalogen freiwillig auch darauf hinzuweisen, wie es ein Land unter anderem mit den Menschenrechten hält”, sagte der Vorsitzende des Tourismusausschusses im Bundestag der “Welt” vom Dienstag. Die Reisebranche erklärte, beim Thema Menschenrechte sei die Politik zuständig.

“Wir müssen uns fragen, ob es sinnvoll ist, in Länder zu reisen, die von einem diktatorischen Regime regiert werden”, begründete Brähmig seinen Vorstoß in der “Welt”. Touristen trügen eine “sehr große ethische Verantwortung”.

Von Boykottaufrufen halte er aber nichts, sagte der Abgeordnete. Er gönne es jedem, in der Sonne zu liegen und seine Ferien zu genießen. “Aber was ist das für ein Gefühl, in einer noblen Hotelanlage unter Palmen einen Cocktail zu trinken, und draußen vor der Mauer leben die Menschen in Unfreiheit?” Als Ostdeutscher habe er eine Diktatur erlebt. Jetzt wolle er über den Tourismus etwas verändern.

Der Deutsche Reiseverband (DRV), Vertreter der Reisebüros und Reiseveranstalter, sieht Brähmig auf dem falschen Weg. Die Unternehmen informierten die Urlauber über Land und Leute, Staatsform und Kultur – Hinweise zur Sicherheit und zur Menschenrechtssituation fänden sich bei den Reisehinweisen des Auswärtigen Amtes. “Inwieweit in einem Land ein Regime als diktatorisch einzuschätzen ist oder Menschenrechtsverletzungen stattfinden, kann nur eine unabhängige Behörde wie das Außenministerium einschätzen”, erklärte DRV-Präsident Jürgen Büchy. “Außenpolitik ist Sache der Bundesregierung.”