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Balisto: die nachhaltige Kakao-Offensive

Seit diesem Monat ist Balisto als erster bekannterer Schokoriegel mit dem UTZ Certified Siegel ausgezeichnet. Der kleine Pausensnack kommt aus dem Hause Mars, das seinen Kakaobezug bis zum Jahr 2020 vollständig auf Nachhaltigkeit umstellen will. Die Herausforderungen hinter diesem Ziel benennt UTZ-Managerin Stephanie de Hoogh.

Viersen > Balisto, das ist ein kleiner, mit Schokolade überzogener Riegel aus Getreide – wahlweise in Geschmacksrichtungen wie Müsli, Joghurt oder Honig. Seit diesem Monat ist Balisto als erster bekannterer Schokoriegel mit dem UTZ Certified Siegel ausgezeichnet. Der kleine Pausensnack kommt aus dem Hause Mars und bescherte der deutschen Niederlassung im vergangenen Jahr zusammen mit anderen bekannten Marken wie beispielsweise Mars oder Snickers einen Umsatz von 463 Millionen Euro. Nun also ist Balisto ein nachhaltiges Produkt, wird aus Kakao produziert der nach sozialen, ökologischen und ökonomischen Kriterien angebaut wird, dafür steht das UTZ-Siegel. Mit Balisto setzt Mars einen Startpunkt: Bis zum Jahr 2020 will das Unternehmen seinen Kakao zu 100 Prozent von zertifizierten Anbietern beziehen. So weit, so gut – für eine glaubwürdige Vermarktung hat sich Mars nun etwas Besonderes ausgedacht:

Stellvertretend für viele Konsumenten stellte sich der Journalistik-Student Wolfgang Ernhofer (27) aus Gelsenkirchen die Frage: Was verbirgt sich wirklich dahinter? Um das herauszufinden, reiste er nach Ghana und verfolgt von dort den Weg der Kakaobohnen von der Plantage über den Importhafen in Amsterdam bis hin zum Balisto-Werk in Viersen. Wolfgang Ernhofer: „Nachhaltigkeit ist ein wichtiges Thema. Viele Unternehmen sprechen darüber und versehen ihre Produkte mit den verschiedensten Siegeln. Ich möchte aber wissen, was tatsächlich dahinter steckt, wie das mit der Zertifizierung funktioniert und wer wirklich davon profitiert“. Kakaobauern und ihre Familien, Kakaohändler und Vertreter der West African Fruits Company (WAFF), die das Zertifizierungsprogramm in Ghana koordiniert, gehören daher genauso zu seinen Gesprächspartnern, wie Mitarbeiter von UTZ Certified in Amsterdam und Vertreter von Mars Chocolate in Viersen. Seit dem 18.Juli ist Ernhofer unterwegs, seine Erlebnisse dokumentiert er auf www.balisto.de.

UTZ Certified ist eines der größten Nachhaltigkeitsprogramme für Kaffee, Kakao und Tee. Im Rahmen des Programms werden Bauern in nachhaltiger Landwirtschaft und Betriebsführung geschult. Im ersten Halbjahr 2011 wurden über 20.000 Tonnen UTZ zertifizierter Kakao verkauft. Größter Lieferant ist die Elfenbeinküste, gefolgt von der Dominikanischen Republik und Ghana. Jedoch erfüllt die bisher gelieferte Menge an zertifiziertem Kakao die Nachfrage bei weitem nicht, betont Stephanie de Hoogh von UTZ im Gespräch mit CSR NEWS. Die Entscheidung von Mars, bis 2020 vollständig auf zertifizierten Kakao umzustellen, hält sie auch aus dieser Perspektive für eine Herausforderung.

Stephanie de Hoogh ist gerade aus Ghana zurück und kann von den Herausforderungen für eine nachhaltige Kakaoproduktion berichten: Es sind vorwiegend kleine Farmer mit Anbauflächen von 100 qm oder wenig mehr, die den Kakao anbauen. Sie brauchen Schulung, um einigermaßen gewinnbringend anbauen zu können. Und auch um zu verstehen, wie wichtig für ihre Kinder ein Schulbesuch ist. Kinderarbeit ist eines der Probleme im Kakaobusiness – häufig sind die Kinder der Farmer betroffen. Und letztlich lässt sich auch nur mit einer ertragreichen Landwirtschaft die Abwanderung der jungen Generation in die Städte verhindern.

UTZ kooperiert bei seinen Schulungsangeboten mit lokalen NGOs. Diese bringen die Farmer für die gemeinsame Vermarktung ihrer Produkte zusammen. Ihre Qualifizierung zielt auf bessere Qualität der landwirtschaftlichen Produkte und nutzt somit zugleich den Abnehmern. Die nachhaltige Qualität des zertifizierten Kakaos wird durch regelmäßige Audits überwacht, die sich entlang der gesamten Produktionskette erstrecken. Und für den fair produzierten Kakao zahlt der Abnehmer einen fairen Preis.

Weiter Informationen unter www.utzcertified.org.