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BDI-Chef zieht Klimaziele wegen Atomausstieg in Zweifel

Hamburg > Industriepräsident Hans-Peter Keitel hat als Konsequenz aus dem geplanten Atomausstieg die deutschen Ziele in der Klimapolitik in Frage gestellt. Im Moment wolle Deutschland “überall gleichzeitig Vorbild für die restliche Welt sein”, sagte der Präsident des Bundesverbands der Deutschen Industrie (BDI) in einem am Freitag veröffentlichten Interview mit dem “manager magazin”. Das Land müsse dabei aber darauf achten, dass seine Ziele auch “realisierbar” seien.

Der Ausstieg aus der Atomenergie werde Deutschland zwangsläufig zusätzliche Emissionen an Kohlendioxid (CO2) einbringen, sagte Keitel. Zwar müsse Deutschland in der Energiepolitik “ambitionierter bleiben als die europäischen Nachbarn”, sagte er. Nötig seien dabei aber “politische Rahmenbedingungen, die den Standort Deutschland nicht nachhaltig gefährden”. Nach derzeitigem Stand hat sich Deutschland verpflichtet, seine CO2-Emissionen bis 2020 um 40 Prozent gegenüber dem Stand von 1990 zu reduzieren.