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Zukunftsthema des 21.Jahrhunderts: Das Wachstum der Weltbevölkerung

Die Weltbevölkerung wächst nach wie vor unaufhaltsam. Im Oktober dieses Jahres wird nach Berechnungen der Vereinten Nationen der siebenmilliardste Mensch geboren, bis zum Ende des Jahrhunderts sollen mehr als zehn Milliarden Menschen auf der Erde leben. Das geht aus dem aktuellen Datenreport 2011 hervor, den die Stiftung Weltbevölkerung letzte Woche veröffentlichte.

Hannover > Die Weltbevölkerung wächst nach wie vor unaufhaltsam. Im Oktober dieses Jahres wird nach Berechnungen der Vereinten Nationen der siebenmilliardste Mensch geboren, bis zum Ende des Jahrhunderts sollen mehr als zehn Milliarden Menschen auf der Erde leben. Die afrikanischen Länder südlich der Sahara werden die größten Wachstumsraten haben, dabei leben schon jetzt acht von zehn Menschen in einem Entwicklungsland. Bis 2050 wird sich die Bevölkerung in den südlichen Ländern Afrikas nahezu verdreifachen. Das geht aus dem aktuellen Datenreport 2011 hervor, den die Stiftung Weltbevölkerung letzte Woche veröffentlichte. In Europa dagegen, schrumpft die Bevölkerung, Deutschland beispielsweise fällt auf der Bevölkerungsskala immer weiter zurück. Nahm es vor drei Jahren noch Platz 14 ein, liegt es heute schon an 16. Stelle und im Jahr 2050 wird es wahrscheinlich den 29. Platz belegen.

„Das Wachstum der Weltbevölkerung ist eine zentrale Frage unseres Jahrhundert“, sagte Gudrun Kopp, Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit (BMZ) anlässlich des Weltbevölkerungstages vor wenigen Wochen. Die Folgen der Bevölkerungsdynamik sind für viele Entwicklungsländer absehbar. Schon heute leben in den südlichen Ländern Afrikas mehr als 70 Prozent der Bevölkerung von weniger als zwei US-Dollar pro Tag. Immer mehr Menschen konkurrieren um die knappen Ressourcen Wasser, Ackerland und Nahrung. Jeder Dritte leidet an Hunger, Situationen wie die aktuelle Hungerkatastrophe am Horn von Afrika nicht berücksichtigt. Auch wenn seit den 1990er-Jahren das reale Pro-Kopf-Einkommen gestiegen ist, hat das hohe Bevölkerungswachstum dazu geführt, das die Zahl der Armen und Hungernden gestiegen ist.

Ein Grund für die rapide Bevölkerungsentwicklung in den afrikanischen Ländern ist die junge Altersstruktur. Mehr als vierzig Prozent der Afrikaner ist jünger als 15 Jahre, nur vier Prozent sind älter als 65. Zum Vergleich: In Europa sind nur 16 Prozent der Bevölkerung unter 15 Jahre alt. Ein weiterer Grund ist die hohe Fruchtbarkeitsrate, also die Kinderanzahl pro Frau. Im Durchschnitt bekommt jede in Afrika lebende Frau 4,7 Kinder, in einzelnen Fällen beispielsweise in Uganda liegt der Durchschnitt sogar bei sechs Kindern pro Frau. Ein Grund ist der fehlende Zugang und das Wissen über Verhütungsmethoden. Im südlichen Afrika profitieren nur etwa 19 Prozent der Frauen von modernen Verhütungsmethoden. Dabei gehört der Zugang zu einer Familienplanung zu den Millennium-Entwicklungszielen. Dafür wären Investitionen von etwa 6,7 Milliarden US-Dollar nötig, aktuell liegen diese bei 3,1 Milliarden US-Dollar.

Welche Auswirkungen eine Reduzierung der Geburten haben kann, zeigen die Bevölkerungsprojektionen der Vereinten Nationen. Die aktuellen Berechnungen gehen von einer Reduzierung der durchschnittlichen Kinderzahl pro Frau von heute 2,5 Kindern weltweit auf zwei Kinder bis zum Jahr 2100 aus. Bei diesem Szenario würde die Weltbevölkerung auf 10,1 Milliarden Menschen ansteigen. Nur ein statistisch halbes Kind mehr würde zu einer Bevölkerungsexplosion auf 15,8 Milliarden Menschen führen. Bei einem halben Kind weniger würde 2100 nur noch 6,2 Milliarden Menschen auf der Erde leben.

Weiter Details enthält der Datenreport 2011 der Stiftung Weltbevölkerung.

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