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US-Behörde erteilt Shell vorläufige Bohrgenehmigung in Arktis

Eine US-Behörde hat dem niederländisch-britischen Ölriesen Shell eine vorläufige Genehmigung für umstrittene Probebohrungen in arktischen Gewässern vor der Küste Alaskas erteilt. Um tatsächlich bohren zu können, benötigt Shell allerdings noch die Genehmigungen weiterer US-Behörden, etwa der Umweltschutzbehörde und der Fischereibehörde. Umweltschützer kritisierten die Entscheidung der BOEMRE dagegen angesichts der Gefahren für die Umwelt scharf.

Washington > Eine US-Behörde hat dem niederländisch-britischen Ölriesen Shell eine vorläufige Genehmigung für umstrittene Probebohrungen in arktischen Gewässern vor der Küste Alaskas erteilt. Die zum US-Innenministerium gehörende Behörde zur Kontrolle der Gewinnung von Energieträgern aus dem Meer (BOEMRE) segnete am Donnerstag die Pläne für vier Explorationsbohrungen im arktischen Meer ab Juli 2012 ab. Die Entscheidung basiere auf „den besten verfügbaren wissenschaftlichen Informationen“, erklärte BOEMRE-Direktor Michael Bromwich. Die Arbeiten von Shell sollten überwacht werden um zu gewährleisten, dass sie auf „sichere und nach Umweltschutzkriterien verantwortungsvolle Art“ geführt würden.

Um tatsächlich bohren zu können, benötigt Shell allerdings noch die Genehmigungen weiterer US-Behörden, etwa der Umweltschutzbehörde und der Fischereibehörde. Der Konzern erklärte daher, die Entscheidung werde mit „vorsichtigem Optimismus“ aufgenommen, in einem Jahr mit den Bohrungen beginnen zu können.

Umweltschützer kritisierten die Entscheidung der BOEMRE dagegen angesichts der Gefahren für die Umwelt scharf. In einer gemeinsamen Stellungnahme erklärten mehrere Umweltschutzorganisationen, die Genehmigung sei „gefährlich und enttäuschend“. Sie verwiesen auf die Gefahren von Bohrungen angesichts der unwirtlichen Bedingungen in der Region und auf die Schwierigkeiten, bei einem möglichen Unfall angemessen zu reagieren. „Eine Katastrophe ist programmiert.“ Die BOEMRE „spiele“ mit der Region, die ein wichtiger Rückzugsort für bedrohte Tierarten sei, hieß es in der Erklärung.

US-Präsident Barack Obama hatte im Mai angesichts der hohen Benzinpreise eine Ausweitung der Öl- und Gasförderung in den USA angekündigt und das Innenministerium angewiesen, entsprechende Verträge zur Ausweitung der Öl- und Gasproduktion in Alaska auszuarbeiten. Bereits im März 2010 hatte er angekündigt, Ölbohrungen entlang der Atlantikküste, im östlichen Golf von Mexiko sowie an der Nordküste Alaskas auszuweiten. Nach der Öl-Katastrophe im Golf von Mexiko im April 2010 legte er diesen Plan vorübergehend auf Eis. Das Fördergebiet in Alaska liegt in der Nähe eines großen Naturschutzgebiets, in dem ebenfalls Ölvorkommen vermutet werden.

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