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Deutsche Betriebe forschen intensiver als ausländische Konkurrenz

Berlin > Deutsche Großunternehmen forschen häufig intensiver als die internationale Konkurrenz. Im Vergleich einzelner Branchen schnitten deutsche Konzerne in Sachen Forschungsaufwand oft besser ab als die Wettbewerber aus Europa, den USA oder Japan, teilte das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) am Mittwoch in Berlin mit. „In der Chemie-Industrie, dem Maschinenbau, der Elektrotechnik und dem Kraftfahrzeugbau geben die deutschen Unternehmen deutlich mehr aus als die Konkurrenz“, erklärte die DIW-Wissenschaftlerin Heike Belitz. Sogar in der besonders forschungsintensiven Pharmaindustrie lägen deutsche Konzerne nur hinter japanischen Wettbewerbern, aber deutlich vor US-Betrieben und den Unternehmen anderer europäischer Länder.

Dennoch liege der Anteil der Gesamt-Forschungsausgaben am Bruttoinlandsprodukt in Deutschland unter dem Wert der USA und Japans und auch hinter Finnland, Schweden, der Schweiz und Dänemark zurück. Ursache dafür ist laut DIW aber keine Forschungsfaulheit der deutschen Betriebe, sondern die Branchenstruktur der hiesigen Wirtschaft: In der Bundesrepublik gebe es nur sehr wenige Großunternehmen in besonders forschungsintensiven Bereichen wie etwa dem Pharmasektor, der Rundfunk- und Nachrichtentechnik oder der Produktion von Datenverarbeitungsgeräten.

Zusätzliche Anreize der Politik an die Betriebe zur Erhöhung der Forschungsausgaben seien deswegen auch wenig erfolgversprechend, erklärte Belitz. „Die Politik sollte vielmehr versuchen, die Entstehung neuer Unternehmen in den besonders forschungsstarken und wissensintensiven Zukunftsbereichen zu fördern“, folgerte die Wissenschaftlerin.