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Neue SRI-Leitlinien für institutionelle Investoren in Südafrika

Mitte Juli wurde in Johannesburg der „Code for Responsibility Investing in South Africa“ (CRISA) ins Leben gerufen. Der fünf Punkte umfassende freiwillige Kodex wird zum 1. Februar 2012 in Kraft treten, er soll institutionelle Investoren darin bestärken, ESG-Kriterien, bei ihren Anlageentscheidungen zu berücksichtigen. Die UN-PRI-Initiative hat die Vereinbarung ausdrücklich befürwortet.

Johannesburg> Mitte Juli wurde in Johannesburg der „Code for Responsibility Investing in South Africa“ (CRISA) ins Leben gerufen, dies berichtet das englische Fachmagazin Responsible Investor. Der fünf Punkte umfassende freiwillige Kodex wird zum 1. Februar 2012 in Kraft treten, er soll institutionelle Investoren darin bestärken, ESG-Kriterien, ökologische-, soziale- und Prinzipien der Unternehmensführung, bei ihren Anlageentscheidungen zu berücksichtigen. CRISA unterstützt Investoren, den King Report on Corporate Governance South Africa (King III) und die UN Principles for Responsible Investments (UN PRI) zu implementieren. Der King Report enthält die südafrikanischen Grundsätze verantwortungsvoller Unternehmensführung und verlangt von Unternehmen ausdrücklich auch über ihre nicht-finanziellen Leistungen zu berichten. CRISA richtet sich an Großanleger wie Pensionskassen und Versicherungsgesellschaften sowie an ihre Dienstleister wie Fondsmanager und Finanzberater. Die UN-PRI-Initiative hat die Vereinbarung ausdrücklich befürwortet. PRI-Präsident Dr. Wolfgang Engshuber: „Wir unterstützen den CRISA-Code. Es ist wichtig, dass sich Pensionskassen und Investmentmanager in Südafrika ihrer Verantwortung bewusst sind und langfristig orientierte Investmententscheidungen treffen. Die erfolgreiche Einführung des Kodex ist ein klares Signal für Aufsichtsbehörden weltweit, dass sie eine wichtige Rolle spielen können und sollen, eine verantwortungsvolle Ausübung von Aktionärsrechten zu fördern“.

John Oliphant, Head of Investments des „Government Employees Pension Fund” (GEPF), der größte Pensionsfonds Südafrikas weist indes auf die Freiwilligkeit des Kodex hin, ist allerdings von einem Erfolg auch auf freiwilliger Basis überzeugt. Er ist überzeugt, dass der Kodex von den institutionellen Investoren angenommen wird, warnt aber gleichzeitig vor einem Eingreifen der Politik, sollte dies nicht geschehen. Oliphant: „Zusammen mit den Prinzipien des King Report ist der Kodex geeignet, das Best-Practice Verhalten von Unternehmen und Aktionären zu fördern“. Zudem sei im Pensions Fund Act die Berücksichtigung aller Kriterien, eben auch der ESG-Kriterien, längst treuhänderische Pflicht, es wäre also falsch den Kodex zu ignorieren.

In einem ersten Entwurf bestand CRISA aus vier Prinzipien, nach Rückmeldungen aus der Wirtschaft wurden Interessenkonflikte als fünftes Prinzip hinzugenommen. Das erste Prinzip fordert die Berücksichtigung der ESG-Prinzipien bei der Analyse, Durchführung und Kontrolle von Investmententscheidungen. Das zweite Prinzip fordert einen verantwortungsvollen Umgang mit dem Investment, den daraus resultierenden Aktionärsrechten und eine aktive Forderung zur Einhaltung der Nachhaltigkeitsprinzipien gegenüber Unternehmen. Als drittes Prinzip wird die aktive Zusammenarbeit aller Beteiligten gefordert, um die Ziele des Kodex zu verbreiten. Zudem werden Investoren im vierten Prinzip aufgefordert, Maßnahmen und Richtlinien zu schaffen, um Interessenkonflikten vorzubeugen. Mit dem fünften Prinzip wird Transparenz über die Anlagepolitik und die Umsetzung der Nachhaltigkeitsprinzipien gefordert.