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Danone weist Vorwürfe wegen Joghurtbecher zurück

Ein innovativer Joghurtbecher von Danone hat eine Kontroverse ausgelöst. Nach Überzeugung der Deutschen Umwelthilfe (DUH) und der Verbraucherschutzorganisation Foodwatch informiert Danone irreführend. Das Unternehmen hat dazu ausführlich Stelung bezogen und auf seine Transparenz sowie unabhängige Zertifizierungen verwiesen.

Berlin > Ein innovativer Joghurtbecher von Danone hat eine Kontroverse ausgelöst: Die Verpackung des Activia-Joghurts besteht aus Polymilchsäure (PLA), die auf der Basis von Mais hergestellt wird. Danone bezieht sich auf eine Untersuchung des Heidelberger Instituts für Energie- und Umweltforschung (IFEU) und teilt zu der neuartigen Verpackung mit: „Diese Ökobilanz bestätigt, dass der PLA-Becher im Vergleich zum bisher verwendeten Becher aus Polystyrol 25 Prozent weniger Treibhausgas erzeugt. Darüber hinaus ließ sich der Verbrauch an fossilen Rohstoffen um 43 Prozent senken.“

Diese Mitteilung ist nach Überzeugung der Deutschen Umwelthilfe (DUH) und der Verbraucherschutzorganisation Foodwatch irreführend. “Der vermeintlich grüne Schein vom neuen Activia-Becher verblasst beim Lesen der Ökobilanz sehr schnell”, erklärte DUH-Bundesgeschäftsführer Jürgen Resch. Foodwatch teilte mit, der Becher sei „weder umweltfreundlicher als der alte, noch wird er recyclet“. Der Hintergrund: Die Wissenschaftler des IFEU kommen in ihrer Untersuchung auch zu dem Schluss, dass eine Fokussierung auf die beiden Umweltziele Klimawandel und fossiler Ressourcenverbrauch „nicht dem ganzheitlichen Ansatz“ entspreche, wie ihn das Umweltbundesamt in seinen Analysen zur Ökobilanz vorsieht. Darüber hinaus weise die neue Verpackung Nachteile im Bezug auf vier andere untersuchte Kategorien auf, darunter Feinstaub und Beanspruchung von Naturraum.

Zu den Vorwürfen hat Danone inzwischen ausführlich Stellung genommen:

Wichtig ist dem Unternehmen dabei der Hinweis auf seine Transparenz. So sei die kritisierte Ökobilanz Websites www.danone.de und www.natuerlicher-verpackt.de für jeden einsehbar. Dass die Entsorgung der Activia-Joghurtbecher aus PLA noch nicht in einem abgetrennten separaten Recyclingsystem möglich sei, werde ebenfalls kommuniziert. Dies sei im Fehlen einer ausreichenden Menge PLA begründet und Danone sei gemeinsam mit dem WWF um den Aufbau eines Recycling-Kreislaufs bemüht.

Eindeutig seien auch die Aussagen zur Zertifizierung der zur Becherherstellung verwendeten Maispflanzen. Hierfür lägen gleich zwei unabhängige Zertifizierungen vor: Die Nachhaltigkeit des Maises und seiner Herstellung seien durch das Working Landscape Certificate (WLC)-Programm und die Anwendung des vom WWF unterstützten International Sustainability and Carbon Certification (ISCC-Standard) dokumentiert. Die verwendeten Rohstoffe würden nach sozialen und ökologischen Kriterien produziert und beispielsweise nicht in Gebieten mit hohem ökologischem Wert angebaut.

Seinerseits erhebt Danone gegen die DUH Vorwürfe: Man habe im Dialog gestanden und der NGO umfangreiche Informationen zur neuen PLA-Verpackung zur Verfügung gestellt. Die jetzt in der Öffentlichkeit erhobenen Vorwürfe seien dabei aber nicht zur Sprache gekommen.

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