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US-Tabakfirmen klagen wegen Warnhinweisen: Behörde will Leiche eines Mannes abbilden

Wegen der geplanten Einführung drastischerer Warnhinweise auf Zigarettenpackungen haben vier Tabakkonzerne Klage gegen die US-Arznei- und Lebensmittelaufsicht FDA eingereicht. Der Hersteller Lorillard erklärte am Dienstag, die abschreckenden Fotos seien ein „verfassungswidriges Mittel“, die Anti-Raucher-Botschaft der Regierung zu verbreiten. Gezeigt werden soll unter anderem eine Leiche mit zugenähtem Brustkorb.

Washington > Wegen der geplanten Einführung drastischerer Warnhinweise auf Zigarettenpackungen haben vier Tabakkonzerne Klage gegen die US-Arznei- und Lebensmittelaufsicht FDA eingereicht. Der Hersteller Lorillard erklärte am Dienstag, die abschreckenden Fotos seien ein „verfassungswidriges Mittel“, die Anti-Raucher-Botschaft der Regierung zu verbreiten. Gezeigt werden soll unter anderem eine Leiche mit zugenähtem Brustkorb.

Mit den neuen Warnhinweisen auf die Gefahren des Rauchens wolle die US-Regierung die Tabakindustrie dazu zwingen, eine raucherfeindliche Botschaft zu verbreiten, erklärte Lorillard, das drittgrößte Tabakunternehmen der USA. Dies verstoße gegen die in der US-Verfassung festgeschriebenen Grundrechte. Lorillard hatte die Initiative für die Klage vor einem US-Bundesgericht in Washington ergriffen, die Tabakkonzerne R.J. Reynolds, Commonwealth Brands und die Liggett Group LLC schlossen sich der Klage an.

Die von der FDA vorgeschriebenen neuen Warnhinweise sollen ab September 2012 auf die Hälfte der Vorder- und Rückseite von Zigarettenpackungen sowie auf ein Fünftel von Zigarettenreklamen gedruckt werden. Sie zeigen unter anderem eine schwarze Raucherlunge und einen durch Narben entstellten Mund. Auch ein toter Mann mit zugenähtem Brustkorb mit der Unterzeile „Warnung: Rauchen kann Sie töten“ soll abgebildet werden.

Die neun Abbildungen waren aus 36 Vorschlägen ausgewählt worden, nachdem die Gesundheitsbehörden ihre Wirksamkeit aufgrund einer Studie mit 18.000 Menschen ausgewertet hatten. Jedes Bild soll mit einer Hotline-Nummer versehen werden, unter der Raucher Hilfe beim Aufgeben ihres Lasters bekommen.

Die neue Regelung stützt sich auf ein Gesetz, das US-Präsident Barack Obama im Juni 2009 nur wenige Monate nach seinem Amtsantritt unterzeichnet hatte. Es übertrug der FDA die Kompetenz, die Herstellung, Vermarktung und den Verkauf von Tabakprodukten zu regulieren.

Der FDA zufolge sterben in den USA täglich 1200 Menschen an den Folgen des Rauchens. Mit den neuen Warnhinweisen will sie nach eigenen Angaben die Zahl der Raucher verringern, „was Leben rettet, die Lebenserwartung erhöht und die Gesundheitskosten verringert“.