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Verdeckte PR im Internet: DRPR rügt „Tramp a Benz“

Für das als Kunstaktion gestartete und wenig später als PR-Aktion enttarnte Projekt „Tramp a Benz“, wurden die Macher nun vom Deutschen Rat für Public Relation (DRPR) gerügt. Zudem empfiehlt der Rat die Aberkennung des Cannes-Löwen 2011, in der Kategorie PR hatte Jung von Matt Gold abgeräumt. Im Dezember letzten Jahres reiste der Blogger Stefan Gbureck von Berlin aus per Anhalter durch Europa und wollte sich dabei nur von Mercedes-Benz-Fahrern mitnehmen lassen.

Berlin > Für das als Kunstaktion gestartete und wenig später als PR-Aktion enttarnte Projekt „Tramp a Benz“, wurden die Macher nun vom Deutschen Rat für Public Relation (DRPR) gerügt. Im Dezember letzten Jahres reiste der Blogger Stefan Gbureck von Berlin aus per Anhalter durch Europa und wollte sich dabei nur von Mercedes-Benz-Fahrern mitnehmen lassen. Dokumentiert wurde die Aktion auf dem gleichnamigen Blog, auf Facebook und Youtube. Nicht ersichtlich war hingegen dass Gbureck die Aktion zusammen mit Jung von Matt und Mercedes Benz durchführte. Vielmehr trat er als alleiniger Absender auf, mit ausschließlich privater, künstlerischer Motivation. Erst als ein HORIZONT-Redakteur die Hintergründe aufdeckte, wurden, nach längerem Zögern, die Verantwortlichen benannt. Für den PR-Rat ein eindeutiger Verstoß gegen Transparenz und Absenderklarheit. „Wir als DRPR achten aus gutem Grund auf die Einhaltung professioneller Standards in der PR. Das betrifft auch Transparenz und Absenderklarheit“, erklärt Richard Gaul, Vorsitzender des Rats. Die ausgesprochene Rüge richtet sich an die Agentur Jung von Matt, den Blogger Stefan Gbureck und das Unternehmen Mercedes Benz. Zudem empfiehlt der Rat die Aberkennung des Cannes-Löwen 2011, in der Kategorie PR hatte Jung von Matt Gold abgeräumt. Gaul: „Uns hat es sehr verwundert, dass die Aktion ausgezeichnet wurde, obwohl bereits das Verfahren lief“.

Versteckte Public Relations ist nicht neu, sie hat zudem im Internet ein weiteres Spielfeld gefunden. Die in der Vergangenheit aufgedeckten Missstände sind vielfältig, sie reichen von geschönten Beiträgen bei Wikipedia, über manipulierte Einträge bei Kundenbewertungen bis hin zu den professionell durchgeführten Aktionen, für die „Tramp a Benz“ ein Beispiel ist. Für das Geschäftsjahr 2009 sprach der Deutsche Public Relations Rat insgesamt neun Rügen aus. Ob diese als Abschreckung reichen ist fraglich, die Versuchung vor allem das Internet für unsaubere PR-Aktionen zu nutzen ist groß.