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Stakeholder erwarten Antworten von Unternehmen

Die deutschen Unternehmen registrieren ein zunehmendes Interesse von Kunden, Mitarbeitern und Investoren an nachhaltigem Wirtschaften, so lautet ein aktuelles Studienergebnis des Instituts für ökologische Wirtschaftsforschung (IÖW) und der Unternehmensinitiative „Future e. V.“. Die Stakeholder erwarten immer mehr konkrete Angaben und Leistungskennzahlen beispielsweise zum Umgang mit Mitarbeiterinteressen oder den ökologischen Aspekten der Produktion. Dies hat in den Unternehmen zu einem Ausbau der personellen Kapazitäten in den Nachhaltigkeits- und Kommunikationsabteilungen geführt. Zudem ist die Bereitschaft gestiegen, über die eigene CSR-Strategie zu berichten.

Berlin > Die deutschen Unternehmen registrieren ein zunehmendes Interesse von Kunden, Mitarbeitern und Investoren an nachhaltigem Wirtschaften, so lautet ein aktuelles Studienergebnis des Instituts für ökologische Wirtschaftsforschung (IÖW) und der Unternehmensinitiative „Future e. V.“. Die Befragung ist Teil des IÖW/future-Rankings deutscher Nachhaltigkeitsberichte, das alle zwei Jahre ermittelt, welche Unternehmen am besten über ihre soziale und ökologische Verantwortung berichten. Insbesondere Großunternehmen werden häufiger und gezielter angesprochen, wie sie soziale und ökologische Anforderungen erfüllen und welche strategischen Ziele sie damit verbinden. Die Stakeholder erwarten immer mehr konkrete Angaben und Leistungskennzahlen beispielsweise zum Umgang mit Mitarbeiterinteressen oder den ökologischen Aspekten der Produktion. Dies hat in den Unternehmen zu einem Ausbau der personellen Kapazitäten in den Nachhaltigkeits- und Kommunikationsabteilungen geführt. Zudem ist die Bereitschaft gestiegen, über die eigene CSR-Strategie zu berichten. Aber auch in den kleinen und mittleren Unternehmen setzt sich der Trend zur Nachhaltigkeitsberichterstattung fort. Projektleiterin Jana Gebauer vom IÖW: „Nachhaltigkeit ist in den vergangenen Jahren in vielen Unternehmen weiter ins Zentrum ihrer wirtschaftlichen Aktivitäten gerückt. Die Firmen erkennen gleichzeitig die hohe Relevanz, die es für ihre gesellschaftliche Legitimität hat, die Informationsbedürfnisse von Stakeholdern zu befriedigen“.

Das IÖW/future Ranking, in dessen Rahmen die Befragung durchgeführt wurde, bezieht die 150 größten deutschen Unternehmen ein. Zusätzlich werden vier kleinere Unternehmen, mit herausragenden Nachhaltigkeitsberichten einbezogen. Der erste Teil der Befragung bezog sich auf die, für die Nachhaltigkeitskommunikation genutzten Kanäle. Mit 95 Prozent ist das Internet das am häufigsten genutzte Medium, gefolgt von Informationen im Geschäftsbericht (66 Prozent) und eigenständigen CSR-Berichten (65 Prozent). Von den 154 für das Ranking relevanten Unternehmen publizieren derzeit 62 (40 Prozent) einen eigenen Bericht mit umfangreichen Informationen zur gesellschaftlichen Verantwortung. Ein unklares Bild ergibt sich bei der Betrachtung der integrierten Berichterstattung. Den Weg der vollständigen Verschmelzung von Finanz- und Nachhaltigkeitsbericht gehen nur wenige Unternehmen. Die Mehrzahl lehnt eine Integration ab, als Gründe werden häufig die unterschiedlichen Informationsbedürfnisse sowie ein durch die Integration reduzierter Informationsgehalt genannt. Der Veröffentlichungsturnus der Berichte hat sich allerdings angeglichen, so publiziert die Mehrheit neben dem Finanzbericht inzwischen auch den Nachhaltigkeitsbericht jährlich.

Für die kleinen und mittleren Unternehmen zeichnet sich ein etwas anderes Bild ab. Hier liegen Internet und eigenständiger Nachhaltigkeitsbericht mit jeweils 50 Prozent gleichauf. Im Unterschied zu den Großunternehmen kommt die Motivation zur Berichterstattung eher aus dem eigenen Haus, von Unternehmensleitung oder Mitarbeitern, nur wenige Firmen nennen die Kunden als treibende Kraft. Die ausführlicheren Ergebnisse der Befragung bietet das IÖW zum Download an: IÖW/future-Ranking 2011 Großunternehmen, IÖW/future-Ranking 2011 KMU.

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