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Luxus-Lokus oder Öko-Klo – US-Firma sucht die Super-Toilette

Regenwasser-Spülung oder Granit-Waschtisch, Kristalllüster oder High-Tech-Düsen? Mit dem Wettbewerb „America’s Best Restroom“ soll das schönste öffentliche WC in den Vereinigten Staaten ermittelt werden. Ein Kandidat ist das Restaurant „Habana Outpost“ in New York: Dort sorgen ein Glasdach, Hängepflanzen und eine Regenwasser-Spülung für Dschungel-Stimmung. Das Wasser dafür wird in Zisternen und Regenrinnen gesammelt und spart tausende Liter Trinkwasser pro Woche.

Von Sebastian Smith

New York > Regenwasser-Spülung oder Granit-Waschtisch, Kristalllüster oder High-Tech-Düsen? Mit dem Wettbewerb „America’s Best Restroom“ will die US-Firma Cintas einen Ort ins Rampenlicht rücken, der oft nur naserümpfend wahrgenommen wird: Per Internet-Abstimmung soll das schönste öffentliche WC in den Vereinigten Staaten ermittelt werden. Bis zum 19. September haben Fans noch Zeit, ihre Stimme abzugeben. Von hunderten nominierten Toiletten konkurrieren auf der Website http://www.bestrestroom.com/us/vote.asp zehn Finalisten um den Titel.

Die Erlebnis-Klos könnten unterschiedlicher nicht sein: Im Pissoir eines Kasinos in Las Vegas prangen Teile der Berliner Mauer. Das Scottsdale Center for Performing Arts im Bundesstaat Arizona will mit farbiger Beleuchtung eine beruhigende Stimmung für den Toilettengang schaffen.

Ein weiterer Rivale um den Titel ist die transportable Toilette der Firma Don’s Johns, die ursprünglich für die Amtseinführung von Präsident Barack Obama 2009 zur Verfügung stand – ob sie als „Restroom One“ zum Einsatz kam, ist allerdings nicht bekannt. Mit den stinkenden mobilen Klos, die bei Open-Air-Veranstaltungen üblicherweise zum Einsatz kommen, hat dieses Toilettenhäuschen wenig zu tun: Der Waschtisch ist aus Granit, die Türen holzgetäfelt und der Boden aus Hartholz. Auch einen Fernseher hat das dann gar nicht mehr so stille Örtchen.

Für den Titelgewinn gibt es die „begehrte Americas Best Restroom-Plakette“, wie der Arbeitsplatzausstatter Cintas mitteilt. Und dazu viel Publicity auf einer Pressekonferenz, die in der siegreichen Sanitäranlage stattfinden soll, sowie einen Eintrag auf der Website der schönsten US-Klosette, einer Art Online-Ruhmeshalle der Aborte. Im jährlichen Rennen um den Titel haben alle Arten von Toiletten eine Chance, betont die Cintas-Werbebeauftragte Sara Jo Rubin: „Der Stil kann kunstvoll sein. Sie könnten Kronleuchter haben. Manche hatten Billardtische. Manchmal ist es geradezu spleenig“, sagt sie. „Wie man seine sanitären Einrichtungen führt, lässt Rückschlüsse darauf zu, wie das ganze Geschäft geführt wird.“

Zwei der Finalisten sind in New York zu finden: Im Restaurant „Habana Outpost“ im Stadtteil Brooklyn sorgen ein Glasdach, Hängepflanzen und eine Regenwasser-Spülung für Dschungel-Stimmung. Das Wasser dafür wird in Zisternen und Regenrinnen gesammelt und spart tausende Liter Trinkwasser pro Woche. Restaurant-Chefin Darcy Le Fleming ließ sich zu dem Öko-Klo inspirieren, weil überschüssiges Regenwasser immer wieder ungeklärtes Abwasser in New Yorks Hafenbecken spült. „Wenn wir gewinnen, werden wir wohl eine große Klo-Party machen oder Kekse in Toiletten-Form“, sagt sie.

Am anderen Ende der Bandbreite rangiert der Luxus-Lokus des japanischen Restaurants „Ninja“ im Stadtteil Manhattan, das einem unterirdischen, feudalen Schloss nachempfunden ist. Auf dem Weg zur Bedürfnisanstalt kommt der Gast an Pseudo-Höhlenwänden und Mini-Behausungen von Ninja-Kämpfern vorbei. Im mit Bambus ausgekleideten WC-Raum muss er nur noch Platz nehmen – alles andere erledigt das High-Tech-Dusch-Klo Toto. Anhand von verschiedenen Knöpfen und einem Digitaldisplay kann während der Sitzung ein Sitzwärmer aktiviert werden, eine Wasserdüse mit wahlweise oszillierendem oder pulsierendem Strahl, ein Duftspray und sogar ein Föhn.

„Der Sitz ist im Prinzip beheizt, nicht so, dass es brennt, aber er ist warm“, sagt die 19-jährige Mitarbeiterin Lilian Buchel. Der Sitz habe Hygiene-Geräte, „die den Hintern reinigen, und er trocknet auch.“ Die meisten Kunden kommen lachend ins Restaurant zurück, erzählt Buchel. „Sie wirken zwar immer überrascht, aber sie finden es definitiv gut.“

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