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Aktuelle Indikatoren zur umweltökonomischen Gesamtrechnung

Mit der Umweltökonomischen Gesamtrechnung (UGR) erfasst das Statistische Bundesamt Daten zur wechselseitigen Bewertung von Wirtschaft und Umwelt. Dabei werden zentrale Faktoren der deutschen Nachhaltigkeitsstrategie wie Ressourcenverbrauch, Flächennutzung und Emissionen berücksichtigt. Nun wurde der aktuelle Indikatorenbericht zur nachhaltigen Entwicklung in Deutschland veröffentlicht. Gleichzeitig trat vor wenigen Tagen das Gesetz über eine europaweite umweltökonomische Gesamtrechnung in Kraft. Die Verordnung sieht für alle Mitglieder der Europäischen Union eine jährliche Umweltbilanz vor, erstmalig für 2013.

Wiesbaden > Mit der Umweltökonomischen Gesamtrechnung (UGR) erfasst das Statistische Bundesamt Daten zur wechselseitigen Bewertung von Wirtschaft und Umwelt. Dabei werden zentrale Faktoren der deutschen Nachhaltigkeitsstrategie wie Ressourcenverbrauch, Flächennutzung und Emissionen berücksichtigt. Nun wurde der aktuelle Indikatorenbericht zur nachhaltigen Entwicklung in Deutschland veröffentlicht. Gleichzeitig trat vor wenigen Tagen das Gesetz über eine europaweite umweltökonomische Gesamtrechnung in Kraft. Die Verordnung sieht für alle Mitglieder der Europäischen Union eine jährliche Umweltbilanz vor, erstmalig für 2013. „Mit dem neuen Gesetz schlägt die EU den Weg vom Bruttosozialprodukt zum Ökosozialprodukt ein“, sagt Jo Leinen, Vorsitzender des Umweltausschusses. Mit der neuen Gesetzgebung werden jetzt europaweit einheitliche Datenerhebungen beispielsweise für Luftemissionen eingeführt, die sich Schritt für Schritt auf die Bilanzierung von Wasser-, Energie- und Waldnutzung ausweiten lassen. „Damit schaffen wir eine wichtige Grundlage für politische Entscheidungen, die nicht nur von ökonomischen, sondern auch von ökologischen Zielen bestimmt sind“, so Leinen.

In Ergänzung zur volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung veröffentlicht das Statistische Bundesamt die umweltökonomische Gesamtrechnung mit Daten seit 1991. Im letzten Jahr wurde der dritte Indikatorenbericht vorgelegt, der nun um eine aktualisierte Zwischenbilanz ergänzt wurde. Beispiel Rohstoffproduktivität: Die Bundesregierung will die effiziente Nutzung von Ressourcen bis 2020 bezogen auf das Jahr 1994 verdoppeln. Die Rohstoffproduktivität ist Ausdruck für die Menge verbrauchter Rohstoffe in Beziehung zum Bruttoinlandsprodukt (BIP). Aktuell stieg, bei rückläufigem Materialeinsatz (-19,4%) das BIP um 18,4 Prozent. Die Produktivität steigt, zwischen 1994 und 2009 um 46,8 Prozent, der Indikator entwickelt sich also in die richtige Richtung. Steigt die Erhöhung allerdings weiter in diesem Tempo, ist das Ziel der Bundesregierung nicht zu erreichen. Ein ähnliches Bild beim Flächenverbrauch: Bis 2020 soll die Inanspruchnahme neuer Flächen für Siedlungs- und Verkehrszwecke auf 30 Hektar pro Tag begrenzt werden. Zwar hat sich die Nutzung neuer Flächen auf täglich 95 Hektar reduziert, bei anhaltendem Trend ist ein erreichen der Zielvorgabe jedoch unmöglich. Katastrophale Werte auch für den Artenschutz, die entsprechenden Indikatoren entwickeln sich rückläufig. Bei gleich bleibender Entwicklung werden nicht nur die Ziele verfehlt, sondern die Situation des Artenschutzes hat sich verschlechtert. Positiv hingegen entwickeln sich die Emissionen der Treibhausgase. Bezogen auf das Basisjahr des Kyotoprotokolls sanken die Gesamtemissionen bis zum Jahr 2009 um rund 332 Millionen Tonnen, damit werden die Ziele der Bundesregierung erreicht. Dies lässt jedoch noch keinen Rückschluss auf die folgenden Jahre zu. Nach 2012 bis 2020 sollen die Emissionen um 40 Prozent unter das Niveau von 1990 gesenkt werden.

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