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Adidas will bis 2020 auf Giftstoffe bei Kleiderproduktion verzichten

Herzogenaurach > Der Sportartikelhersteller Adidas will bis 2020 gefährliche Chemikalien aus dem Herstellungsprozess verbannen. Weiterhin habe sich das Unternehmen bereit erklärt, Daten über den Einsatz solcher Stoffe zu veröffentlichen, teilte am Mittwoch in Hamburg die Umweltschutz-Organisation Greenpeace mit. In der kommenden Woche werde Adidas, ebenso wie die Konkurrenten Nike und Puma, einen konkreten Aktionsplan vorlegen.

In einer groß angelegten Kampagne hatten Greenpeace-Aktivisten in Europa und Asien die Sportartikel-Hersteller in den vergangenen Wochen dazu aufgefordert, ihren Chemikalien-Einsatz zu reduzieren. Das solle die Wasserqualität der Flüsse an den Produktionsstandorten verbessern, die durch die Textil-Industrie bisher stark in Mitleidenschaft gezogen worden seien.

Die nun erfolgte Reaktion der drei großen Unternehmen, sei „eine gute Nachricht für die Menschen in China und anderen asiatischen Ländern, deren Flüsse ihre Lebensadern sind“, erklärte der Greenpeace-Chemieexperte Manfred Santen. Die Textil-Industrie in China und den benachbarten asiatischen Staaten brauche einen Systemwechsel: „Es darf nicht weiter auf Kosten der Umwelt und der Gesundheit von Menschen in Billiglohnländern produziert werden“, forderte Santen.

Greenpeace hatte in der vergangenen Woche Untersuchungsergebnisse präsentiert, laut denen in 52 von 78 getesteten Sportartikeln namhafter Hersteller Rückstände giftiger Stoffe enthalten waren. Schon damals hatten sich Nike, Puma und Adidas bereit erklärt, an Lösungsansätzen zu arbeiten. In den kommenden Wochen will Greenpeace auch mit den Marken Lacoste, G-Star Raw, Uniqlo und Li Ning über eine „Null-Einleitung“ von gefährlichen Chemikalien verhandeln.