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Internationale Konferenz will 150 Millionen Hektar Wald retten

Ein breites Bündnis von Regierungen, Unternehmen und gesellschaftlichen Organisationen will bis zum Jahr 2020 weltweit rund 150 Millionen Hektar Wald aufforsten. Dieses Ziel vereinbarten am Freitag die Teilnehmer einer internationalen Waldschutz-Konferenz in Bonn. Jährlich gingen 13 Millionen Hektar Wald verloren. Der Veranstalter der Konferenz, die 1948 gegründete IUCN, ist das erste internationale Umweltschutznetzwerk.

Bonn > Ein breites Bündnis von Regierungen, Unternehmen und gesellschaftlichen Organisationen will bis zum Jahr 2020 weltweit rund 150 Millionen Hektar Wald aufforsten. Dieses Ziel vereinbarten am Freitag die Teilnehmer einer internationalen Waldschutz-Konferenz in Bonn, die von der Bundesregierung und der Internationalen Naturschutzunion IUCN ausgerichtet wurde. Jährlich gingen 13 Millionen Hektar Wald verloren, teilte das Bundesumweltministerium dazu mit. Bundesumweltminister Norbert Röttgen (CDU) erklärte, der Verlust könne nicht länger hingenommen werden und mache „alle denkbaren Anstrengungen“ beim Waldschutz und bei der Wiederaufforstung nötig.

Hintergrund der IUCN-Konferenz ist die fortschreitende Zerstörung der Wälder der Erde. Dies führt zu einem dramatischen Verlust an Lebensräumen für Tiere, beraubt viele Menschen ihrer angestammten Lebensgrundlagen und setzt außerdem Treibhausgase in die Atmosphäre frei, die den Klimawandel anheizen. Die 1948 gegründete IUCN ist das erste internationale Umweltschutznetzwerk. Mehr als 200 Regierungen und 800 sogenannte Nicht-Regierungsorganisationen sind Mitglied der Vereinigung, die sich in Erhaltungs- und Wiederaufforstungsprojekten engagiert.

Nach Angaben des Bundesumweltministeriums vereinbarten die Teilnehmer des Treffens namens „Bonn Challenge“, ihren Beitrag dazu zu leisten, weltweit in den nächsten neun Jahren die vereinbarten 150 Millionen Hektar an verlorenem Wald zu ersetzen oder beschädigten Wald wieder aufzubauen. Sie wollen zudem weitere Partner für das Projekt werben. Konkrete Schritte wurde aber nicht vereinbart.

IUCN-Direktor für Umwelt und Entwicklung, Stewart Maginnis, forderte die Teilnehmer der Konferenz dazu auf, schnell darzulegen, wie ihre Länder „unter Berücksichtigung ihrer nationalen wirtschaftlichen Entwicklung und Prioritäten beim Naturschutz“ zur Erreichung dieses Ziel beitragen wollten. Als Vorbild lobte er die Ankündigung Ruandas vom Februar, bis 2035 sämtliche beschädigten Waldflächen und sonstigen Naturräume auf seinem Gebiet wieder aufzubauen. Das Vorhaben gilt als das wohl ehrgeizigste seiner Art in einem Entwicklungsland.