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Bio-Siegel: „vertrauenswürdig und verlässlich“

Zehn Jahre nach seiner Einführung klebt das deutsche Bio-Siegel heute auf 62.000 Produkten. Fast 4.000 nach den EU-Ratsvorschriften für den ökologischen Landbau zertifizierte Unternehmen haben das Siegel erworben. Verbraucherschutzministerin Ilse Aigner (CSU) lobte das Gütezeichen am Montag in Berlin als „vertrauenswürdig und verlässlich“, und auch Verbraucherschützer sprachen sich dafür aus. Sie rieten, zusätzlich auf die Herkunft eines Produkts zu schauen.

Berlin > Zehn Jahre nach seiner Einführung klebt das deutsche Bio-Siegel heute auf 62.000 Produkten. Fast 4.000 nach den EU-Ratsvorschriften für den ökologischen Landbau zertifizierte Unternehmen haben das Siegel erworben. Verbraucherschutzministerin Ilse Aigner (CSU) lobte das Gütezeichen am Montag in Berlin als „vertrauenswürdig und verlässlich“, und auch Verbraucherschützer sprachen sich dafür aus. Sie rieten, zusätzlich auf die Herkunft eines Produkts zu schauen.

Aigner erklärte, das Siegel sei ein wichtiges Standbein für die deutsche Land- und Ernährungswirtschaft. Den Verbrauchern biete es einen besseren Überblick, weil sie sich nicht viele von privaten Verbänden vergebene Siegel merken müssten. Das sechseckige Bio-Siegel kennen nach Ministeriumsangaben 87 Prozent der Deutschen.

Christina Rempe, Lebensmittelreferentin des Bundesverbands Verbraucherzentrale, sagte: „Der Verbraucher bekommt keine Verpackung voller Siegel, sondern kann sich auf ein Zeichen verlassen.“ Martin Rücker, Sprecher der Organisation Foodwatch, nannte das Siegel „eine absolute Erfolgsgeschichte“, weil es staatlich garantiert sei. Durch die EG-Öko-Verordnung, für deren Einhaltung das Gütezeichen bürgt, sei die biologische Erzeugung eines Produkts sichergestellt.

Trotzdem sei es wichtig, nachzuschauen, woher die Ware stammt: „Das Siegel zeigt nicht die Ökobilanz eines Produkts. Wenn Tomaten aus trockenen Regionen in Spanien stammen und stark bewässert wurden, können sie trotzdem als bio gelten“, sagte Rücker. Kunden, denen es um Umweltschutz gehe, sollten daher auf die Herkunft achten und überlegen, ob sie zur aktuellen Jahreszeit überhaupt in der eigenen Region angebaut werden kann.

Nach Angaben des Bundes ökologische Lebensmittelwirtschaft hat sich der Umsatz mit Bioprodukten seit Einführung des Siegels verdreifacht. 2010 lag er demnach bei sechs Milliarden Euro. Bio-Lebensmittel würden heute auf einer Million Hektar Fläche angebaut, mehr als doppelt so viel wie vor zehn Jahren. Das entspreche sechs Prozent der gesamten Anbaufläche in Deutschland.

Das staatliche Biosiegel war am 5. September 2001 eingeführt worden. Es garantiert, dass der Hersteller die Standards der EG-Öko-Verordnung einhält. So darf das Produkt höchstens fünf Prozent nicht ökologische Bestandteile enthalten, Geschmacksverstärker und Farbstoffe sind verboten. Auch schreibt die Verordnung eine artgerechte Haltung der Tiere vor. Dazu gehören eine ausreichende Belüftung, Platz- und Komfortbedarf und Lichtanspruch der Tiere. Genetisch veränderter Organismen und deren Derivate sind nicht zugelassen. Auf chemisch-synthetische Pflanzenschutzmittel und mineralischen Stickstoffdünger soll – weitgehend – verzichtet werden.

Die Erzeuger müssen sich mindestens einmal jährlich von staatlich zugelassenen privaten Kontrollstellen überprüfen lassen. Außerdem müssen sie über ihre Ein- und Verkäufe genau Buch führen, damit die Produktionskette transparent ist. Das Recht, das Biosiegel auf die Produkte zu drucken, bekommen die Betriebe, indem sie sich bei der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung dafür registrieren. Das gilt übrigens nicht nur für das Siegel an sich, sondern auch für die geschützten Bezeichnungen „bio“ und „öko“ – was „Bio-Pizza“ heißt, muss also ebenfalls die Verordnung erfüllen.

Das Bio-Siegel im Internet:
www.bio-siegel.de

Das Bio-Siegel wird natürlich auch in der Datenbank Label online geführt.