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US-Konzern stoppt nach Ölpest Förderung vor Chinas Nordostküste

Peking > Knapp drei Monate nach der Entdeckung eines ersten Öllecks vor der Nordostküste Chinas hat der US-Ölkonzern ConocoPhillips die Förderung in dem betroffenen Gebiet komplett eingestellt. Auf Anweisung der chinesischen Behörden sei die „Ölproduktion im größten Offshore-Bohrgebiet von ConocoPhillips in China am Sonntagabend gestoppt“ worden, teilte Sprecherin Donna Xue am Montag mit. Die zuständige chinesische Aufsichtsbehörde hatte zuvor den Beteuerungen des Unternehmens widersprochen, die Ölpest sei fast vollständig beseitigt.

Die Ölpest war durch Lecks an zwei Bohrplattformen ausgelöst worden, die der US-Konzern zusammen mit dem chinesischen Staatsunternehmen CNOOC betreibt. Nach Angaben der amtlichen chinesischen Nachrichtenagentur Xinhua traten mindestens 3200 Barrel Öl und Schlammklumpen aus. Die Umweltkatastrophe wurde erst nach Wochen bekannt, sie wird für die erheblichen Verluste der Tourismus- und Aquafarmindustrie in den angrenzenden Provinzen verantwortlich gemacht. Die chinesischen Zeitungen warfen dem US-Konzern am Montag vor, die Katastrophe vertuscht zu haben. Er sei stärker an seinem eigenen Image interessiert als am Schutz des sensiblen Ökosystems der Bohai-Bucht, schrieb die „Volkszeitung“, das Sprachrohr der Kommunisten.

ConocoPhillips-Sprecher John Roper wies die Vorwürfe zurück. Das Unternehmen habe den Unfall sofort den zuständigen Behörden gemeldet, sagte er telefonisch der Nachrichtenagentur AFP. Er bekräftigte, der Konzern übernehme die Verantwortung für den Vorfall.