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Greenpeace fordert mehr Klimaschutz von Volkswagen

Die Umweltschutzorganisation Greenpeace hat den Volkswagen-Konzern zu mehr Klimaschutz aufgerufen. Dessen Fahrzeugflotte weise den größten CO2-Ausstoß aller europäischen Hersteller auf und behalte seine Energiespartechnik allein zahlungskräftigen Kunden vor. Das Unternehmen reagierte mit Unverständnis auf die Vorwürfe der Umweltschützer. Einen Beweis für seine Klimafreundlichkeit werde Volkswagen bei der Internationalen Automobilmesse (IAA) in der kommende Woche in Frankfurt am Main liefern.

Wolfsburg > Die Umweltschutzorganisation Greenpeace hat den Volkswagen-Konzern zu mehr Klimaschutz aufgerufen. Dessen Fahrzeugflotte weise den größten CO2-Ausstoß aller europäischen Hersteller auf und behalte seine Energiespartechnik allein zahlungskräftigen Kunden vor, erklärte Greenpeace am Donnerstag anlässlich einer Protest-Aktion am Volkswagen-Gelände in Wolfsburg. Das Unternehmen wies die Vorwürfe zurück.

Die von Volkswagen jährlich hergestellten Autos wiesen den größten Kohlendioxid-Ausstoß aller europäischen Hersteller auf, kritisierte die Umweltschutzorganisation. Die binnen eines Jahres europaweit verkauften VW-Autos stießen während ihrer Nutzungsdauer etwa 60 Millionen Tonnen CO2 aus. Das sei fast genauso viel wie die beiden Konkurrenten Ford und PSA mit seinen Marken Peugeot und Citroën zusammen ausstießen – und doppelt so viel, wie die Autos von BMW und Daimler zusammen in die Luft pusten.

Dabei habe Volkswagen mit seiner vorhandenen Technik „alle Mittel und die Verpflichtung, seine Klimabilanz erheblich zu verkleinern“, teilte Greenpeace mit. Um ihrer Forderung Ausdruck zu verleihen, entrollten zwölf Aktivisten am Werksgelände ein 16 mal sieben Meter großes Banner mit der Aufschrift „Climate Change made in Germany“.

Der Konzern müsse seine Spartechnik komplett und ohne Aufpreis serienmäßig in alle Autos einbauen, forderte Greenpeace. Bisher werde diese den Kunden aber nur gegen Aufpreis angeboten. Die Mehrkosten für die von Volkswagen als „Blue Motion“ oder „Blue Motion-Technology“ bezeichnete Spartechnologie lägen um ein Mehrfaches über den Herstellungskosten.

Der größte Autobauer Europas müsse zudem seinen Widerstand gegen europäischen Klimaschutz aufgeben. „VW lässt Millionen von Euro springen, um den Gesetzgeber von strengeren Vorschriften für Abgase abzuhalten“ erklärte Greenpeace-Verkehrsexperte Wolfgang Lohbeck. Gleichzeitig präsentiere sich der Konzern nach außen als nachhaltig und um die Umwelt besorgt. „Solange das meistverkaufte Golf-Modell in seiner Basisversion sechseinhalb Liter verbraucht, ist das eine Irreführung“, kritisierte Lohbeck.

Das Unternehmen reagierte mit Unverständnis auf die Vorwürfe der Umweltschützer. „Wir sind erneut verwundert, dass sich Greenpeace mit dieser Aktion gegen Volkswagen richtet“, erklärte Konzernsprecher Stephan Grühsem. Das Unternehmen habe Greenpeace Gesprächsangebote unterbreitet, „die bedauerlicherweise nicht angenommen wurden“. Einen Beweis für seine Klimafreundlichkeit werde Volkswagen bei der Internationalen Automobilmesse (IAA) in der kommende Woche in Frankfurt am Main liefern. Dort will der Konzern einen spritsparenden Kleinwagen vorstellen.

Bereits zum wiederholten Male forderte Greenpeace in einer gezielten Aktion Volkswagen zum CO2-Sparen auf. Ende Juni hatte die Organisation mit einem Internet-Spot zur „Rebellion“ gegen das Unternehmen aufgerufen. In Anlehnung an einen bekannten Werbespot des Konzerns, indem sich ein Kind als die „Star Wars“-Figur Darth Vader verkleidet, hatte Greenpeace in seinem Video die „dunkle Seite“ des Unternehmens gezeigt.