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DHL räumt Lügendetektor-Einsatz gegen Mitarbeiter im Ausland ein

Düsseldorf > Der Paketdienst DHL der Deutschen Post hat zugegeben, bei Untersuchungen gegen Mitarbeiter im Ausland Lügendetektoren einzusetzen. Wie die „Wirtschaftswoche“ am Samstag vorab aus ihrer neuen Ausgabe berichtet, räumte dies Post-Personalvorstand Walter Scheurle in einem Brief an die Gewerkschaft Uni Global Union, dem Dachverband von 900 nationalen Gewerkschaften, ein. Der Einsatz sei in einer internen Richtlinie „geregelt und begrenzt“, schrieb Scheurle in dem Brief, der dem Magazin vorlag.

„Lügendetektoren werden in Ländern verwendet, in denen der Einsatz legal ist und nur bei außergewöhnlichen Umständen“, heißt es in dem Brief weiter. Dies gelte vor allem in Ländern mit hohen Gefahren. Insbesondere Kolumbien leide seit Jahren unter Konflikten mit Milizen und Drogenkartellen. Der Einsatz der Technik werde aber strenger gehandhabt, als die Gesetze es erlaubten, schrieb Scheurle laut „Wirtschaftswoche“.

Uni Global Union, der auch die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi angehört, hatte der Post in einem Protestschreiben vorgeworfen, Mitarbeiter in Panama, Costa Rica, Kolumbien und Südafrika Lügendetektortests auszusetzen. Zudem wirft der Dachverband der DHL-Tochter Exel vor, in den USA Austauschstudenten als Billigarbeiter in der Logistik zu missbrauchen.