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Wulff lobt Miteinander der Sozialpartner als Garant für Stabilität

Bundespräsident Christian Wulff hat die Zusammenarbeit von Arbeitnehmern und Arbeitgebern als Garant für wirtschaftliche Stabilität hervorgehoben. „Die Sozialpartnerschaft ist ein Wettbewerbsvorteil für unser Land“, sagte Wulff in einer Rede bei der Eröffnung des Verdi-Bundeskongresses in Leipzig. Gerade erst in der Wirtschafts- und Finanzkrise habe sich diese Tradition des Miteinanders wieder eindrucksvoll bewährt.

Leipzig > Bundespräsident Christian Wulff hat die Zusammenarbeit von Arbeitnehmern und Arbeitgebern als Garant für wirtschaftliche Stabilität hervorgehoben. „Die Sozialpartnerschaft ist ein Wettbewerbsvorteil für unser Land“, sagte Wulff am Samstagabend in einer Rede bei der Eröffnung des Verdi-Bundeskongresses in Leipzig. Gerade erst in der Wirtschafts- und Finanzkrise habe sich diese Tradition des Miteinanders wieder eindrucksvoll bewährt, sagte Wulff laut Redetext. „Diesem Miteinander verdanken wir, dass unser Land trotz der schweren Finanz- und Schuldenkrise bislang so gut wie kaum eine andere große Industrienation dasteht.“

Dazu beigetragen habe auch die „maßvolle Lohnpolitik“ über viele Jahre hinweg und die flexiblen Instrumente wie Kurzarbeit und Arbeitszeitkonten. Die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer hätten hier ihren Teil der Verantwortung übernommen, hob Wulff hervor. Er verwies zudem darauf, dass sich in den Gewerkschaften viele Zuwanderer engagierten, „die über den Arbeitsplatz, in den Betrieben ihren Weg in unser Land finden“.

Der Bundespräsident würdigte die Rolle der Gewerkschaften in Deutschland. Sie hätten einen wesentlichen Anteil an der Stabilität unserer Demokratie, am wirtschaftlichen Erfolg und am Gelingen der sozialen Marktwirtschaft. Verdi habe vor zehn Jahren die Zeichen der Zeit erkannt und mit dem Zusammenschluss zur Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft den Weg einzelner Branchen-Gewerkschaften beendet.

Wulff sagte mit Blick auf die Beschäftigten in der Pflege, im Gesundheitswesen und anderen sozialen Berufen, der Dienst am Menschen „muss uns mehr wert sein“. „Wir brauchen mehr Anerkennung für diesen Dienst, wir brauchen eine Aufwertung dieses Dienstes“, sagte er. Es bleibe „eine Zumutung für das moralische Empfinden, dass der aufopferungsvolle Dienst am Menschen so viel schlechter bezahlt wird als manche Tätigkeiten, deren Beitrag zum Gemeinwohl weit weniger offensichtlich ist“.

Der 3. Verdi-Bundeskongress steht unter dem Motto „Vereint für Gerechtigkeit“. Von Sonntag an wollen die Delegierten auf dem mehrtägigen Kongress dann mehr als 1300 Anträge beraten und damit die Politik der Gewerkschaft für die nächsten vier Jahre neu ausrichten. Schwerpunkte sind die Arbeitsbedingungen bei den Kirchen, die Finanzkrise und die Wachstumspotenziale im Dienstleistungsbereich. Am Montag will sich der langjährige Verdi-Chef Frank Bsirske erneut an die Spitze der Gewerkschaft wählen lassen, die rund zwei Millionen Mitglieder hat.