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Ölkonzerne gründen Töchter häufig in Steueroasen

Oslo > Die großen Öl- und Rohstoffkonzerne siedeln ihre Tochtergesellschaften häufig in Steueroasen oder in Ländern mit laxer Steuergesetzgebung an. 2083 der 6038 Tochtergesellschaften – 34,5 Prozent – der zehn größten Unternehmen seien in Ländern börsennotiert, wo sie „mit komplizierten Eigentumsstrukturen Umsätze und Gewinne verheimlichen“ könnten, heißt es in einer am Dienstag veröffentlichten Studie der Organisation Publish What You Pay (PWYP). Zu den zehn untersuchten Konzernen gehören demnach etwa die Ölfirmen ExxonMobil und Shell sowie die Minenbetreiber Glencore International und Rio Tinto.

Die zehn Unternehmen machten laut Berechnung von PWYP im vergangenen Jahr zusammen einen Umsatz von 1824 Milliarden Dollar und einen Gewinn von 144,7 Milliarden Dollar. Steuern zahlten sie demnach in Höhe von insgesamt 106,9 Milliarden Dollar. Tochtergesellschaften in Steueroasen zu gründen, könne Korruption und Steuerflucht begünstigen, kritisierte PWPY. Die Organisation betonte aber, sie beschuldige die Firmen nicht der Steuerhinterziehung.