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ISO 26000: Anleitung für bessere Unternehmen oder neue Chancen für Zertifizierer?

Im November 2010 wurde die ISO 26000 veröffentlicht. Immer mehr Unternehmen nutzen seitdem den Leitfaden, um sich im breiten Feld der gesellschaftlichen Verantwortung zu orientieren. Was ist inzwischen in der Praxis angekommen?

Im November 2010 wurde die ISO 26000 veröffentlicht. Immer mehr Unternehmen nutzen seitdem den Leitfaden, um sich im breiten Feld der gesellschaftlichen Verantwortung zu orientieren. Was ist inzwischen in der Praxis angekommen?

Von Maximilian Metzner

Die ISO 26000 ist eine Norm, an der sich alle Organisationen – nicht nur Unternehmen – bei strategischer Planung und Umsetzung von Maßnahmen zur gesellschaftlichen Verantwortung orientieren können. Anhand eines Leitfadens sollen die gelebte Werthaltung, Denkmuster und Verhaltensweisen der Menschen in den Organisationen verbessert werden. Aber wie lässt sich die Komplexität von gesellschaftlicher Verantwortung (Social Responsibility – SR) normieren? Die Antwort: eigentlich gar nicht. Schließlich divergieren nicht nur individuelle Auffassungen und Ansichten über eine angemessene Verantwortungsübernahme. Auch die globalen gesellschaftlichen und politischen Rahmenbedingungen könnten kaum unterschiedlicher sein. Aber gerade vor einem globalisierten Kontext ist eine Standardisierung dringender denn je. Denn Fragen zu Konsumentensouveränität, Umwelt- oder Arbeitsplatzstandards gehen letztlich alle an – aber nicht alle sind in der Lage, die richtigen Antworten zu formulieren.

Grundsätzlich gilt: die Anwendung der Norm ist freiwillig. Es gibt keine Anforderungen an die Organisationen – im Prinzip können alle mitmachen. Sie ist nicht gleichzusetzen mit Managementsystemen wie der ISO 9001 oder ISO 14001, weil sie keine konkret nachprüfbaren Kriterien aufstellt und sich deshalb per se nicht zur Prüfung und Zertifizierung von gesellschaftlicher Verantwortungsübernahme eignet. Diese wohl herausragendste Besonderheit der ISO-Norm geht einerseits darauf zurück, dass wirtschaftsnahe Organisationen keine neue Grundlage für eine Zertifizierung schaffen wollten. Und es sollten keine Handelsbarrieren auf Grundlage der ISO 26000 entstehen.

Obwohl die Botschaft der ISO eindeutig ist, können nationale Zertifizierer das Nicht-Zertifizierungsgebot übergehen und ihre Dienste anbieten. Als erstes Unternehmen in Deutschland hat sich die Harting Technologiegruppe die Wahrnehmung ihrer SR-Performance durch die DQS zertifizieren lassen. In Deutschland Einzelfall oder bald gängige Praxis?

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