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Kollegen mit Behinderung: Unternehmer bauen Vorurteile ab

„Menschen mit Schwerbehinderung sind lukrative Mitarbeiter“, sagen die einen. „Menschen mit Behinderung leisten weniger“, glauben die anderen. „Die Integration von Behinderten sollte so selbstverständlich sein wie die Berufstätigkeit von Frauen“, fordern die dritten. Wie aber funktioniert sie in der Realität?

„Menschen mit Schwerbehinderung sind lukrative Mitarbeiter“, sagen die einen. „Menschen mit Behinderung leisten weniger“, glauben die anderen. „Die Integration von Behinderten sollte so selbstverständlich sein wie die Berufstätigkeit von Frauen“, fordern die dritten. Wie aber funktioniert sie in der Realität?

Von Johanna Thelemann

Als Leila Kant (Name geändert) ihr Studium anfing, war sie hochmotiviert. Die Rollstuhlfahrerin brauchte zwar mitunter Hilfe in der Uni, zum Beispiel um bestimmte Räume zu erreichen, doch einem akademischen Abschluss stand nichts im Wege: Die Tochter einer Mathematikprofessors verließ einige Jahre später als Magistra Artium den Campus. Ab da ging es bergab. Gelegentlich fand sie befristete Anstellungen über die Schwerbehindertenvertretungen öffentlicher Arbeitgeber; meist unqualifizierte Bürojobs. Doch Leila Kant gab nicht auf, bildete sich im kaufmännischen Bereich weiter – ohne dass die Situation sich je wirklich verbessert hätte. Kurz nach ihrem 40. Geburtstag verließen sie dann ihre Kraft und ihr Kampfgeist: Sie stürzte in eine mehrmonatige Depression.

Ihre Geschichte ist kein Einzelfall. Menschen mit Behinderung haben es schwer, auf dem ersten Arbeitsmarkt Fuß zu fassen. Deswegen wurden im Sozialgesetzbuch IX besondere arbeitsrechtliche Bedingungen festgelegt, die ihre Integration fördern sollen: Unternehmen müssen ab einer Größe von 20 Mitarbeitern zu mindestens fünf Prozent Menschen mit einer anerkannten Schwerbehinderung beschäftigen. Wer dieser Vorgabe nicht nachkommt, muss eine Ausgleichsabgabe leisten – zwischen 105 und 260 Euro monatlich für jeden unbesetzten Pflichtplatz. Die Integrationsdienste leiten dieses Geld an jene Arbeitgeber weiter, die schwerbehinderte Menschen beschäftigen.

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