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„Multi-Problemlöser“: CSR im Mittelstand

Ellenlange CSR-Berichte und eigene Abteilungen für Nachhaltigkeit: Damit kann und will der deutsche Mittelstand nicht dienen. Trotzdem hat CSR in kleinen und mittleren Unternehmen eine Jahrhunderte lange Tradition – und die entwickelt sich lebendig fort.

Ellenlange CSR-Berichte und eigene Abteilungen für Nachhaltigkeit: Damit kann und will der deutsche Mittelstand nicht dienen. Trotzdem hat CSR in kleinen und mittleren Unternehmen eine Jahrhunderte lange Tradition – und die entwickelt sich lebendig fort.

Von Benjamin O’Daniel

„CSR ist sehr abstrakt. Viele Mittelständler kennen den Begriff, der aus einer internationalen Diskussion entstanden ist, gar nicht. Und doch ist es für sie selbstverständlich, sich vor Ort zu engagieren“, sagt Achim Dercks, stellvertretender Hauptgeschäftsführer des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK). Dercks, der auch Mitglied im CSR-Forum der Bundesregierung ist, macht sich für den Mittelstand stark: „Die Unternehmer und ihre Familien sind physisch in ihrer Region verwurzelt. Sie treffen sich auf dem Sportplatz, in der Schule und stellen den Nachwuchs aus der Nachbarschaft ein. Sie fördern seit Generationen die Gesellschaft, ohne aufwändige Berichte zu verfassen“, sagt Dercks.

Der stellvertretende DIHK-Hauptgeschäftsführer sieht den Unterschied zwischen dem gesellschaftlichen Engagement vieler Mittelständler und dem CSR-Konzept in der klaren Fokussierung: „CSR hat eine strategische Komponente. Auch Mittelständler sollten genauer darauf schauen, welches Engagement zu ihrer Strategie und zu ihren Zielen passt. Sie spenden dann nicht mit der Gießkanne mal hier, mal dort 100 Euro, sondern konzentrieren sich auf ein Thema“, sagt Dercks. So müsse sich jeder Mittelständler die Frage stellen: Welches Thema passt zu mir? Und wofür kann ich glaubwürdig stehen?