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Haftstrafe für Niederländerin wegen Ausbeutung bei Spargelernte

Den Haag > Weil sie dutzende ausländische Arbeiter bei der Spargelernte ausbeutete, ist eine Frau in den Niederlanden zu zweieinhalb Jahren Haft verurteilt worden. Ein Gericht in Den Bosch im Süden des Landes sah es laut dem im Internet veröffentlichten Urteil vom Dienstag als erwiesen an, dass die 48-Jährige mehr als 70 vor allem rumänische Arbeiter an langen Arbeitstagen körperlich schwere Arbeit verrichten ließ und dabei weniger als den Mindestlohn zahlte.

Das Gericht setzte ein halbes Jahr der Haftstrafe auf Bewährung aus. Außerdem muss die Frau vier Arbeitern eine Entschädigung von insgesamt 7200 Euro zahlen. Bereits im Juli war sie zu einem Bußgeld von knapp 100.000 Euro verurteilt worden, weil sie Gastarbeiter ohne Arbeitserlaubnis beschäftigt hatte.

Dem Gericht zufolge beschäftigte die 48-Jährige zwischen März und Juni 2009 mindestens 74 Erntehelfer aus Rumänien, Polen und Portugal sieben Tage die Woche in ihrem Betrieb in Someren für die Spargelernte. Die durchschnittliche Arbeitszeit pro Tag lag demnach bei zehn bis zwölf Stunden, wobei die Arbeiter einen Lohn von höchstens 45 Cent pro Kilogramm Spargel bekamen. Der gesetzlich vorgeschriebene Mindestlohn liegt bei 59 Cent je Kilogramm. Einige hätten ihr Gehalt niemals bekommen, erklärte das Gericht.

Auch bei der Unterbringung der Erntehelfer stellten die Richter Mängel fest. So hätten sie in Behausungen mit “unhygienischen” sanitären Anlagen gelebt, ihre Zimmer hätten keine Vorhänge gehabt. Die Frau habe den Erntehelfern verboten, nach 22 Uhr die Anlage zu verlassen. Außerdem habe die Frau die Ausweise einiger Arbeiter für “eine lange Zeit” an sich genommen.