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Wiesenhof-Chef trifft Bloggerin

Über 240 Millionen Hühner werden nach Angaben der Tierschutzorganisation Peta von Deutschlands bekanntester Geflügelmarke Wiesenhof jedes Jahr verarbeitet. Für PHW, der Konzernmutter von Wiesenhof, geschieht dies unter Achtung einer tiergerechten Haltung und höchsten Qualitätsstandards, für Peta ist dies Tierquälerei im Akkord. Am 31. August strahlte die ARD einen Dokumentarfilm mit dem Titel „Das System Wiesenhof“ aus. Schon im Vorfeld waren die Verantwortlichen von Wiesenhof nicht begeistert und versuchten auf die Ausstrahlung bzw. den Inhalt Einfluss zu nehmen. Die Bemühungen fruchteten nicht und fortan galt „Angriff ist die beste Verteidigung“ als neue Kommunikationsstrategie.

Rechterfelde > Über 240 Millionen Hühner werden nach Angaben der Tierschutzorganisation Peta von Deutschlands bekanntester Geflügelmarke Wiesenhof jedes Jahr verarbeitet. Für  PHW, der Konzernmutter von Wiesenhof, geschieht dies unter Achtung einer tiergerechten Haltung und höchsten Qualitätsstandards, für Peta ist dies Tierquälerei im Akkord. Am 31. August strahlte die ARD einen Dokumentarfilm mit dem Titel „Das System Wiesenhof“ aus. Schon im Vorfeld waren die Verantwortlichen von Wiesenhof nicht begeistert und versuchten auf die Ausstrahlung bzw. den Inhalt Einfluss zu nehmen. Die Bemühungen fruchteten nicht und fortan galt „Angriff ist die beste Verteidigung“ als neue Kommunikationsstrategie.

Als erstes wurde zurückgefilmt. Wiesenhof bzw. die von ihr beauftragte PR-Agentur Engel & Zimmermann gingen mit einem eigenen Kamerateam an den Start und dokumentierten ihrerseits das Geschehen und vor allem die Arbeit der recherchierenden Journalisten. Hinzu kam die ganze Bandbreite der Online-Kommunikation – von facebook, über twitter, youtube bis hin zu einem Faktencheck im eigens eingerichteten newsroom – und nicht zuletzt die Begegnung mit einer Bloggerin. Sina Trinkwalder, alias manomama, hatte als Reaktion auf den Fernsehbeitrag einen offenen Brief an Wiesenhofchef Paul-Heinz Wesjohann geschrieben und damit ihrerseits viel Aufmerksamkeit erlangt. Der reagierte prompt und lud die Bloggerin zu einem Treffen ein. Sie sollte sich selbst ein Bild von der Tierhaltung und den Arbeitsbedingungen bei Wiesenhof machen. Zum Besuch von Ställen hatte sie keine Lust, wie sie in ihrem Blog schreibt, und so verabredete man sich zum gemeinsamen kochen – Wiesenhofhähnchen gegen Biohühnchen vom Bauernhof. Während ein Koch das Essen zubereitet, plaudern Wesjohann und Trinkwalder über Massentierhaltung, Glauben und Unternehmertum.

Hat die Aktion funktioniert? Trinkwalder in ihrem Blog: „Unternehmerisch stehen wir nach wie vor auf verschiedenen Seiten. Menschlich hingegen hab ich ihn während des Kochens schätzen gelernt. Ich habe einen Familienunternehmer kennengelernt, der sehr wohl Werte vertritt und nach diesen handelt“. Und Wesjohann konnte erläutern, warum ausgerechnet Wiesenhof immer wieder in die Kritik von Medien, Tierschutzorganisationen und Öffentlichkeit gerät. Westjohann: „Wir sind die größte und einzige bekannte Fleischmarke in Deutschland. Ansonsten ist die Produktion von Fleisch, egal ob Schwein oder Geflügel, anonym. Protest braucht aber einen Adressaten, dafür wird Wiesenhof gerne genommen“. Übrigens, der Wettbewerb der Hühnchen ging unentschieden aus. Trinkwalder: „Die schmecken beide gut – eben nach Hühnchen“. Beendet ist der Kampf für Wiesenhof damit noch nicht. Während deutsche Handelsketten verstärkte Kontrollen angekündigt haben, haben schweizer Konzerne wie Migros und Coop die Produkte aus dem Hause Wiesenhof vorübergehend aus dem Programm genommen.