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Nachhaltiges Travel Management und Green Meetings

In jedem Unternehmen mit ernsthafter CSR-Strategie stehen irgendwann auch die Geschäftsreisen und Veranstaltungen auf dem Prüfstand. Längst hat sich Nachhaltigkeit auch beim Travel Management durchgesetzt und gehören Begriffe wie „Green Meetings“ zum Alltag in den Reiseabteilungen. Alleine im letzten Jahr wurden nach Angaben der Deutschen Zentrale für Tourismus in Deutschland rund 540 Millionen eintägige Geschäftsreisen durchgeführt und rund 72 Millionen mit Übernachtungen, Besucher aus dem Ausland nicht mitgerechnet. Neue Ratgeber und Zertifikate helfen, die Ökobilanz der Geschäftsreisen und Konferenzen zu verbessern.

Frankfurt/Wiesbaden > In jedem Unternehmen mit ernsthafter CSR-Strategie stehen irgendwann auch die Geschäftsreisen und Veranstaltungen auf dem Prüfstand. Längst hat sich Nachhaltigkeit auch beim Travel Management durchgesetzt und gehören Begriffe wie „Green Meetings“ zum Alltag in den Reiseabteilungen. Alleine im letzten Jahr wurden nach Angaben der Deutschen Zentrale für Tourismus in Deutschland rund 540 Millionen eintägige Geschäftsreisen durchgeführt und rund 72 Millionen mit Übernachtungen, Besucher aus dem Ausland nicht mitgerechnet. Neue Ratgeber und Zertifikate helfen, die Ökobilanz der Geschäftsreisen und Konferenzen zu verbessern.

Das German Convention Bureau (GCB) wollte es genauer wissen und hat sich in seinem jährlichen Meeting & Event-Barometer mit dem Thema Green Meetings beschäftigt. Nur rund 14 Prozent der Befragten hält Green Meetings für eine Modeerscheinung, der überwiegende Teil sieht eine steigende oder gleich bleibende Bedeutung. Als Green Meetings werden Veranstaltungen bezeichnet, deren Durchführung von der Anreise über die Organisation bis zur Übernachtung möglichst klimaneutral ist. Die Anforderungen lauten also Reduzierung, Vermeidung und falls erforderlich Kompensation. Potenzial bietet schon die An- und Abreise, Bahn anstelle von Flugzeug oder eigenem Auto, Shuttle-Service zum Bahnhof anstelle von Taxis, und nicht zuletzt auch die Lage des Veranstaltungsorts.

Um die richtige Auswahl der Tagungsstätte zu erleichtern, hat der Geschäftsreiseverband VDR nun das Zertifikat „Green Hotel“ eingeführt und will damit auf ökologisch und nachhaltig geführte Hotels aufmerksam machen. „Es zeigt sich vermehrt, dass sich die Themen CSR und Green Meetings als Schwerpunktthemen im Geschäftsreise- und Veranstaltungsmarkt etablieren“, so Till Runte, Geschäftsführer der BTME Certified GmbH, der für den VDR die Zertifizierungen durchführt. Anhand von 70 Kriterien in den Bereichen Energie, Wasser, Abfall, Verpflegung und Mobilität werden die Hotels überprüft. „Die meisten Kriterien können vom Gast selbst wahrgenommen und beurteilt werden“, so Runte. Die Grundidee stammt von Holger Leisewitz, Leiter Conference & Event Management der Hamburger Beidersdorf AG und ehrenamtlicher Chefprüfer der VDR-Hotelzertifizierungen. Leisewitz: „Certified Green Hotels müssen harte Fakten mit weichen, sozialen beziehungsweise führungsrelevanten Faktoren in Einklang bringen. Wer mindestens 385 von 765 möglichen Punkten erreicht, erhält das Zertifikat. 15 Hotels haben im Sommer an der Erprobungsphase teilgenommen. Zu den erfolgreichen Absolventen gehören alle Adina Apartmenthotels in Berlin, Hamburg und Frankfurt, fünf Mercure Hotels in Berlin, München und Sindelfingen aber auch 5-Sterne Häuser wie das Grand Hotel Esplanade in Berlin und das Westin in Leipzig. Das Hotel Schloss Neuhardenberg und das Hotel Linslerhof sind die ersten Privathotels, die das Zertifikat erhalten haben.

Der VDR bietet auf seiner Website einen Leitfaden für nachhaltiges Travel Management an. Auf mehr als 50 Seiten wird die systematische Umsetzung nachhaltiger Geschäftsreisen dargelegt. Angefangen von der Analyse über Potenziale zur Vermeidung bis hin zur umweltfreundlichen Beschaffung.

Einen Ratgeber für Green Meetings hat das Netzwerk mygreenmeeting.de veröffentlicht. Neben einer allgemeinen Einführung ins Thema bietet das Nachschlagewerk konkrete Vorschläge zur Umsetzung. „Wir wollten vor allem einen nützlichen Leitfaden schaffen, der ohne Fachchinesisch auskommt“, so Torsten von Borstel, Mitinitiator des Netzwerks. „Viele Planer wissen nämlich nicht, dass eine umweltfreundliche Ausrichtung von Events oftmals sogar kostengünstiger ist. Der Ratgeber ist kostenlos erhältlich, mehr Informationen auf der Website.

Weitere Informationen bietet auch die Website greenmeetings-und-events.de.

Um ihrer Auszeichung “Umwelthauptstadt 2011” gerecht zu werden, hat die Stadt Hamburg einen Leitfaden zur Durchführung grüner Veranstaltungen veröffentlicht. Ein Beispiel wie auch Kommunen ihren Beitrag leisten können.