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Vereinte Nationen kritisieren Preisschwankungen bei Lebensmitteln

Die Vereinten Nationen haben zum Welternährungstag starke Preisschwankungen bei Lebensmitteln als zentrale Ursache für den Hunger kritisiert. Der Generaldirektor der Welternährungsorganisation FAO, Jacques Diouf forderte “mehr Transparenz auf den weltweiten Lebensmittelmärkten”, um das Auf und Ab der Preise zu bekämpfen. Auch Papst Benedikt XVI. drängte die internationale Gemeinschaft zu einer Stabilisierung des Marktes.

Rom > Die Vereinten Nationen haben zum Welternährungstag starke Preisschwankungen bei Lebensmitteln als zentrale Ursache für den Hunger kritisiert. Der Generaldirektor der Welternährungsorganisation FAO, Jacques Diouf forderte “mehr Transparenz auf den weltweiten Lebensmittelmärkten”, um das Auf und Ab der Preise zu bekämpfen. Auch Papst Benedikt XVI. drängte die internationale Gemeinschaft zu einer Stabilisierung des Marktes.

Nach Angaben der FAO leidet fast ein Siebtel der Weltbevölkerung und damit etwa eine Milliarde Menschen an Hunger. Diouf sagte bei einer Veranstaltung zum Welternährungstag der UN-Organisation in Rom, die Preisvolatilität von Lebensmitteln stelle “ein grundlegendes Menschenrecht in Frage, das der Nahrung”.

Papst Benedikt XVI. bekräftigte, es seien Investitionen auf dem Agrarsektor nötig, die die Produktion und dadurch den Markt stabilisierten. Dafür seien jedoch Veränderungen im Verhalten und den Entscheidungen nötig, so dass “jeder Zugang zu Grundnahrungsmitteln hat”. Er fügte an, “die Freiheit vom Hungerjoch ist die wichtigste und konkreteste Offenbarung des Rechts auf Leben”.

Auch die internationale Hilfsorganisation Oxfam unterstützte den Vorstoß der FAO, die Preisschwankungen zu bekämpfen. Sie rief zu einer Regulierung der Märkte und größeren Nahrungsmittelreserven in armen Ländern auf. Zudem sollten Investitionen und der Verkauf von Land besser koordiniert werden. Barbara Stocking, Vorsitzende von Oxfam in Großbritannien, sagte, es fehle “bei allen Regierungen ein politischer Wille, wagemutige Entscheidungen zu treffen”.

In Rom begannen am Montag die Gespräche des FAO-Komitees für weltweite Ernährungssicherung (CFS). Bei dem einwöchigen Treffen sollen freiwillige Leitlinien zum verantwortungsvollen Umgang mit Land beschlossen werden. Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner (CSU) sagte dem Deutschlandradio Kultur, die afrikanischen Länder müssten ihre Flächen der eigenen Bevölkerung zur Verfügung stellen. Das sei auch eine moralische Frage.

Die Organisation Via Campesina bezeichnete das so genannte “land grabbing” – also den Kauf oder die Pacht von Landflächen durch Konzerne oder andere Staaten in Entwicklungsländern, um Lebensmittel für den Export zu produzieren – als das “offenkundigste und skandalöseste Beispiel, wie das dominante Lebensmittelsystem immer mehr Bauern und Verbraucher in die Armut treibt”.

In ihrem am 10. Oktober vorgestellten Jahresbericht zur Ernährungslage hatte die FAO bereits darauf verwiesen, dass Lebensmittel ein wichtiges Einkommen für Kleinbauern seien. Starke Preisschwankungen träfen deren Existenz besonders. Die Welternährungsorganisation befürchtet in dem Bericht zudem langfristige Folgen von kurzfristigen Preisveränderungen. Schlechte Ernährung von Kindern könne deren Lernfähigkeiten verringern und die zukünftige wirtschaftliche Entwicklung der betroffenen Länder verlangsamen, hieß es. Mittelfristig geht die FAO laut Bericht davon aus, dass “die hohen und schwankenden Preise wahrscheinlich anhalten werden”.