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Tausende demonstrieren erneut gegen die Macht der Banken

Eine Woche nach den weltweiten Massenprotesten gegen die Macht der Banken sind am Wochenende in Deutschland erneut tausende Menschen auf die Straße gegangen. In Frankfurt am Main, Berlin und anderen deutschen Städten gab es am Samstag Demonstrationen. Das globalisierungskritische Netzwerk Attac kündigte weitere Aktionen an.

Frankfurt am Main > Eine Woche nach den weltweiten Massenprotesten gegen die Macht der Banken sind am Wochenende in Deutschland erneut tausende Menschen auf die Straße gegangen. In Frankfurt am Main, Berlin und anderen deutschen Städten gab es am Samstag Demonstrationen. Das globalisierungskritische Netzwerk Attac kündigte weitere Aktionen an.

In Frankfurt am Main demonstrierten laut Attac am Samstag rund 6000 Menschen, die Polizei sprach von 4000 Teilnehmern. In Berlin und Köln gingen nach Attac-Angaben jeweils 1500 Menschen auf die Straße, in Düsseldorf 1000. Insgesamt gab es demnach Kundgebungen in mehr als 25 Städten. Am vorherigen Wochenende hatten bei einem weltweiten Aktionstag auch in Deutschland zehntausende Menschen gegen die Macht der Banken protestiert.

Die Proteste sollen auch in den kommenden Wochen weiter gehen. “Der Protest ist keine Eintagsfliege, hier entsteht eine neue Bewegung, die der Empörung über die Macht der Bank endlich Ausdruck verleiht”, erklärte Alexis Passadakis von Attac. Ziel sei es, “die Großbanken zu entmachten, damit das Gemeinwesen nicht weiter erpressbar bleibt und echte Demokratie wieder möglich wird.” Attac und weitere Organisationen planen nach eigenen Angaben unter anderem für den 12. November größere Proteste in Frankfurt am Main und Berlin. Dabei sollen den Angaben zufolge das Frankfurter Bankenzentrum und das Berliner Regulierungsviertel umzingelt werden.

Eine große Mehrheit der Deutschen zeigt einer Umfrage zufolge Verständnis für die Banken-Proteste. Laut einer Emnid-Umfrage für das Magazin “Focus” können 87 Prozent der Bundesbürger den Ärger der Demonstranten nachvollziehen. Nur zwölf Prozent der Befragten sagten, sie hätten kein Verständnis. Ein Prozent machte keine Angaben. Die Schuld an der Euro-Krise tragen nach Ansicht der meisten Deutschen zudem eher die Finanzinstitute als die Politik: In der Umfrage für den “Focus” machten 42 Prozent der Befragten die Banken und Investoren an den internationalen Finanzmärkten verantwortlich. Etwa jeder Dritte (34 Prozent) sieht die Hauptschuld für die Krise in der Schuldenpolitik der Euro-Staaten.

Auch weltweit gingen die Proteste weiter. Die australische Polizei löste dabei am Sonntagmorgen in Sydney ein Protestlager gewaltsam auf. Bei der Auflösung des Lagers der “Occupy”-Bewegung, die vergangenen Samstag im Stadtzentrum vor der australischen Notenbank Reserve Bank of Australia ihre Zelte aufgeschlagen hatte, wurden nach Polizeiangaben 40 Menschen festgenommen. Der stellvertretende Polizeikommissar Mark Murdoch begründete die Räumung mit einem Verstoß gegen die Campingregeln in der Stadt. Demnach sei der Gruppe erlaubt worden, tagsüber zu demonstrieren, doch sei nächtliches Zelten in der Stadt verboten. In London bildete sich ein zweites Protest-Camp. In der Schweiz kam es in Bern und Zürich zu kleineren Demonstrationen.