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UNO: Keine Giftmüll-Exporte mehr von reichen in arme Länder

Genf > Die führenden Wirtschaftsnationen der Welt sollen ihren Giftmüll künftig nicht mehr in ärmeren Ländern deponieren können. Michael Stanley-Jones, Sprecher des UN-Umweltprogramms (UNEP), verkündete am Dienstag die Unterzeichnung eines entsprechenden Abkommens, wonach OECD-Mitgliedsländer Gefahrgut nur noch in Nicht-Mitgliedsländer der OECD bringen dürfen, sofern diese ihr Einverständnis erklärt haben. Das Abkommen wurde Ende vergangener Woche im kolumbianischen Cartagena geschlossen.

Durch das Abkommen kann das Verbot 16 Jahre nach dem Abschluss der Baseler Giftmüll-Konvention in Kraft treten. Die Konvention regelt den grenzüberschreitenden Transport gefährlicher Abfälle und deren Beseitigung. Die Konvention war zwar 1989 ausgehandelt worden, doch blockierte ein nicht von allen Mitgliedstaaten der Konvention ratifizierter Änderungsantrag ihre Umsetzung. Eine gemeinsame Initiative der Schweiz und Indonesiens 2008 hat das Problem gelöst. Die Staaten können den Änderungsantrag umsetzen, wenn sie es wollen, sind jedoch nicht dazu verpflichtet. Zu den 17 Ländern, deren Unterschrift noch fehlt, gehören die USA, Japan und Kanada.