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Ratgeber: Nummerncodes und Bio-Siegel sind Zeichen für glückliche Hühner

Der hühnerfreundliche Eierkauf ist gar nicht so einfach. Zwar ist in Deutschland die Hühnerhaltung in kleinen Käfigen schon verboten, in der gesamten EU tritt dieses Verbot aber erst im kommenden Jahr in Kraft. Bis dahin müssen Verbraucher genau aufpassen, wenn sie keine importierten Legebatterie-Eier kaufen wollen. Noch kniffliger wird der Einkauf bei Eiprodukten wie Nudeln oder Backwaren.

Frankfurt am Main > Der hühnerfreundliche Eierkauf ist gar nicht so einfach. Zwar ist in Deutschland die Hühnerhaltung in kleinen Käfigen schon verboten, in der gesamten EU tritt dieses Verbot aber erst im kommenden Jahr in Kraft. Bis dahin müssen Verbraucher auch in der Bundesrepublik noch genau aufpassen, wenn sie keine importierten Legebatterie-Eier kaufen wollen. Noch kniffliger wird der Einkauf bei Eiprodukten wie Nudeln oder Backwaren.

ROHE EIER: Haltungsart und Herkunft der Hühner lassen sich am Stempelaufdruck auf dem Ei ablesen. Die erste Ziffer auf dem Stempel steht für die Haltungsform, wobei 0 die ökologische und damit die hühnerfreundlichste Haltungsart kennzeichnet. Die Ziffer 1 steht für Freilandhaltung, 2 für Bodenhaltung und 3 für Käfige. Allerdings fasst die 3 unterschiedliche Käfigarten zusammen: So kann das Ei von einem Huhn aus einem Kleingruppenkäfig kommen, wie sie auch in Deutschland noch erlaubt sind. Es kann aber auch aus einer Legebatterie stammen, wie sie beispielsweise derzeit noch Spanien oder Portugal nutzen. Abhilfe schaffen die Buchstaben nach dem Bindestrich. Sie geben Auskunft über das Herkunftsland, etwa DE für Deutschland oder NL für die Niederlande. Zuletzt folgt die Kennung des Herstellerbetriebs.

GEKOCHTE EIER: Gekochte und gefärbte Eier müssen keinen Stempel tragen. Dahinter verstecken sich Tierschützern zufolge oft noch Käfig-Eier, weshalb sie Verbrauchern raten, auf den Kauf gefärbter Eier zu verzichten oder nach Bio-Eiern zu greifen.

EIPRODUKTE: Einige Unternehmen und Restaurants zeichnen freiwillig aus, ob sie für ihre Produkte Eier aus artgerechter Haltung verwenden. Eine verpflichtete Verpackungsangabe über die Hühnerhaltung gibt es aber nicht. In der Regel weiß der Kunde also nicht, welche Eier etwa bei der Nudelherstellung verwendet wurden. Außerdem kommen manche Eier zur Weiterverarbeitung von weit her, Eiklar beispielsweise aus Brasilien. So kann sich der Verbraucher auch 2012, wenn die Batteriehaltung in der EU verboten sein wird, immer noch nicht sicher sein, ob in einem Produkt nicht doch Eier aus Batteriehaltung verarbeitet sind. „Wer das Käfigei ausschließen will, der muss Bio-Produkte kaufen“, rät deshalb die Agrar-Expertin des BUND, Reinhild Benning.

FUTTER: Hühner bekommen häufig gentechnisch verändertes Futter zu fressen. Auf den Eiern oder den Verpackungen müssen die Hersteller dies aber nicht angeben. Wer sicher gehen will, dass die Legehennen nicht etwa mit Gensoja versorgt wurden, sollte auf der Verpackung nach dem Siegel „Ohne Gentechnik“ Ausschau halten. Dieses freiwillige Siegel bekommt nur, wer nachweisen kann, dass Tiere ausschließlich solches Futter bekommen haben, das keine gentechnisch veränderte Bestandteile enthält. Alternativ können Verbraucher auch nach Bioeiern greifen. Auch in deren Produktion dürfen die Hühner nicht mit gentechnisch verändertem Futter versorgt werden. Diese Regeln gelten auch bei Eiprodukten: Wer auf gentechnikfreie Ware besteht, muss Bioprodukte kaufen oder solche mit dem „Ohne Gentechnik“-Label.

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